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Endlich wieder frische Luft: Viele bayerische Freilandhühner dürfen seit gestern wieder nach draußen – das Umweltministerium hat die landesweite Stallpflicht zum Schutz vor der Vogelgrippe gelockert.

Aufstallungspflicht gelockert

Aufatmen bei Geflügelhaltern: Raus aus dem Stall

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München - Aufatmen bei den Geflügelhaltern: Pünktlich vor dem Ostergeschäft hat das Umweltministerium die landesweite Stallpflicht gelockert. Einzelne Schutzzonen kann es aber weiter geben – denn die Vogelgrippe wird wohl immer wieder kommen.

Das Gröbste scheint überstanden. Seit einigen Wochen sind die Vogelgrippe-Fälle in Bayern rückläufig. Gestern gab Umweltministerin Ulrike Scharf (CSU) bekannt, dass die landesweite Stallpflicht für Nutzgeflügel gelockert wird. Ab sofort soll es lediglich eine örtlich begrenzte Aufstallungspflicht geben, wenn neue Fälle der Geflügelpest nachgewiesen werden. Darüber entscheiden ab jetzt wieder die jeweiligen Kreisverwaltungsbehörden – sprich die Veterinärämter des zuständigen Landratsamtes.

„Wir sind auf jeden Fall erleichtert“, sagt Bernd Adleff, Vorsitzender des Landesverbands der Bayerischen Geflügelwirtschaft – auch im Hinblick auf das Ostergeschäft. Bis in Bayern der Osterhase zu Gast ist, dürften wieder jede Menge Freilandeier in den Regalen stehen. Für die Halter von Freilandhühnern bedeutet das rund drei bis fünf Cent mehr Erlös pro Ei. Auch Märkte und Ausstellungen sind wieder möglich. „Aber wir sind noch nicht auf null.“ Einzelne Fälle, bei denen das H5N8-Virus festgestellt wird, seien nach wie vor zu erwarten. Deshalb hält Adleff es für möglich, dass einige Landratsämter noch einige Tage warten, bis sie auch in ihrem Bereich grünes Licht geben. Geflügelhalter müssen sich bei der Behörde nach dem aktuellen Stand erkundigen. Auch die erhöhten Biosicherheitsmaßnahmen gelten weiterhin – und zwar noch mindestens bis zum 20. Mai. Dennoch: „Der Frühling hilft uns“, sagt Adleff, denn die Sonne tötet die Viren ab. „Wir hoffen, dass es so langsam zu Ende geht.“

In den vergangenen Monaten wurden in Deutschland über 1000 Fälle der Geflügelpest bei Wildvögeln und über 80 Fälle beim Hausgeflügel bestätigt. In Bayern gab es bei Wildvögeln nach Angaben des Umweltministeriums rund 120 Nachweise in allen sieben Regierungsbezirken – und neun Nachweise in hauptsächlich kleineren Nutzgeflügelbeständen. Da immer wieder Situationen eintreten könnten, die eine Stallpflicht für Geflügel notwendig machen, rät das Ministerium den Geflügelhaltern, sich „grundsätzlich Gedanken zu machen“, wie sie die Auswirkungen dieser Schutzmaßnahme in Zukunft möglichst gering halten können.

Bernd Adleff hat hierzu eine klare Meinung: „Gerade im Rassezuchtbereich gibt es bislang zu wenig Stallfläche und oft auch keine Wintergärten.“ Hier müssten sich die Halter in Zukunft anders aufstellen. Denn Adleff fürchtet, dass die Geflügelpest Bayern nicht das letzte Mal heimgesucht hat. „Das Seuchengeschehen in Asien ist horrend. Das kann uns immer wieder treffen.“

Gerade Geflügelhalter mit wenigen Tieren hat die Stallpflicht hart getroffen – für sie seien überdachte Wintergärten mit Vogelnetz eine wichtige Investition, sagt Adleff. „Wenn man so etwas hat, ist die Geschichte gleich nicht mehr ganz so schlimm.“ Offenbar gibt es in Brüssel bereits Pläne, Halter zu solchen Wintergärten zu verpflichten. Auch Adleff glaubt, dass sich die Vorgaben hier ändern werden.

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