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Ein Kripokommissar soll Straftaten eines V-Manns bei den Bandidos gedeckt haben.

Ermittlungen wegen V-Mann-Prozess

Razzia im LKA: Kommissar soll Bandido gedeckt haben

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München/Nürnberg - Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt gegen sechs Beamte des bayerischen Landeskriminalamts. Sie müssen sich in mehreren Anklagepunkten verantworten.

Unter den insgesamt sechs Beamten sind auch zwei Führungskräfte des LKA. 

Im Landeskriminalamt in München gab es deshalb eine Polizei-Razzia. Die Beamten stehen demnach im Verdacht der Strafvereitelung im Amt, der Urkundenunterdrückung, des Betrugs, Datenveränderung und der Falschaussagen vor Gericht. Zwei von ihnen sollen sogar Diebstahl in mittelbarer Täterschaft begangen haben. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg ermittelt bereits seit mehr als zwei Jahren gegen mehrere LKA-Beamte.

Auch zwei Spitzenbeamte stehen unter Tatverdacht

Sie arbeiten ausgerechnet im Dezernat 62, einer Abteilung, wo „Organisierte Kriminalität“ und „besondere Deliktsformen“ bekämpft werden. Die zwei Führungskräfte sind sogar Kriminaldirektoren und bearbeiten sehr sensible Fälle. 

Die Abteilung sei nicht mehr integer, sagte ein Polizist des Landeskriminalamts der SZ. Mitarbeiter sollen nun wegen der Anklagen gegen ihre Vorgesetzten aussagen - darunter leide ihre Motivation massiv. Außerdem bleibe deshalb Arbeit im Landeskriminalamt liegen

Einer der sechs Beamten wurde bereits im Februar vom Dienst suspendiert. Der Kripokommissar war Kontaktmann eines Verbindungsmanns im Rockermilieu. Er soll Straftaten des V-Manns bei den „Bandidos“ nicht nur gedeckt haben, sondern beim Diebstahl von Minibaggern in Dänemark quasi Komplize gewesen sein.

Die Ermittlungen stehen im Zusammenhang mit einem V-Mann-Prozess

Der suspendierte Kommissar arbeitete in der Nürnberger Außenstelle des LKA und betreute den Spitzel in der Rockergang. 

2011 machten sich die „Bandidos“ auf, teure Minibagger in Dänemark zu stehlen, die sie in Südosteuropa verkaufen wollten. Der V-Mann-Führer beim LKA war darüber nicht nur informiert, sondern soll dem V-Mann sogar Ratschläge für die kriminelle Auslandsreise gegeben haben. 

Danach sollen er und weitere Beamte Akten zu den Tätigkeiten des V-Manns gefälscht haben. Das fand später die Kripo Nürnberg heraus, die den heiklen Fall aufklären soll.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen gegen die LKA-Beamten durch einen Drogenprozess gegen den früheren V-Mann. Als Angeklagter beschuldigte dieser in dem Verfahren die Ermittler. 

In dem Prozess sollen LKA-Beamte auch Falschaussagen gemacht haben. Das Landgericht Würzburg verurteilte den Ex-Spitzel im August schließlich wegen Drogenschmuggels zu zwei Jahren und drei Monaten Haft.

Bereits 2014 und Anfang 2015 gab es Razzien im Landeskriminalamt, auch Privatwohnungen von Führungskräften und weiteren Beamten wurden durchsucht. 

Nun wurde am Donnerstag vergangener Woche vor allem das Dienstzimmer einer LKA-Beamtin und Zeugin durchsucht, wie die Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte. Dabei sei es noch um ein Detail gegangen.

dpa

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