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Ludwig Spaenle, CSU: „Die Weiterentwicklung der Hauptschule zur Mittelschule ist mehr als ein neues Türschild, es geht um mehr Qualität.“

Reaktionen auf Mittelschule: „Durcheinander ist perfekt“

Die Ankündigung, die Hauptschulen zu „Mittelschulen“ umzubauen, hat Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) heftige Reaktionen beschert. Die FDP spricht von einem „Durchbruch“, die Opposition von „bloßer Umetikettierung“.

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Hauptschule wird zur Mittelschule

Hauptschulreform, die soundsovielte: Es ist der x-te Versuch, das schlechte Image der Hauptschule zu polieren. In kleiner Runde haben CSU und FDP sich auf einen weiteren Rettungsversuch verständigt, der am Dienstag im Ministerrat verabschiedet werden soll. Wie am Freitag vorab berichtet, sollen alle Hauptschulen mit mindestens 300 Schülern zu einer „Mittelschule“ mit starker Berufsorientierung umgestaltet werden. Der mittlere Bildungsabschluss „wird an das Niveau der Wirtschafts- und Realschule herangeführt und vergleichbar“, erklärt das Kultusministerium. Der Abschluss an einer Mittelschule soll ab dem Schuljahr 2010/11 den alten M-Abschluss ersetzen, der bei vielen Unternehmen skeptisch beäugt wird (auch wenn die CSU das bis zuletzt bestritt).

Vor allem die FDP-Bildungsexpertin Renate Will ist von dem Konzept begeistert. „Das ist der Durchbruch schlechthin“, jubelt sie. „Der M-Abschluss war nicht das Gelbe vom Ei“, sagt Will. Da biete der neue Abschluss mehr. „Ein Unterschied ist, dass der Abschluss vom Hauptschullehrer abgenommen wird, außerdem gibt es an den Realschulen ganz andere Fächer und Kombinationsmöglichkeiten.“ Will betont, dass es den Abschluss nach der 10. Klasse „natürlich“ nur für einen Teil der bisherigen Hauptschüler geben werde, und der bisherige „Quali“ (nach der 9. Klasse) bestehen bleibe. Außerdem könne jede Kommune selbst entscheiden, ob sie ihre Haupt- zur Mittelschule umgestalten wolle.

Die Freien Wähler finden die Begriffswahl gut. „Aber wir würden alle Hauptschulen zur beruflichen Mittelschule umbauen“ – nicht nur die großen Schulstandorte, betonte FW-Schulexpertin Eva Gottstein. Das ist auch Ansatzpunkt für die Kritik des SPD-Schulexperten Hans-Ulrich Pfaffmann: „Die kleinen Schulen lässt man langsam ausbluten.“ Pfaffmanns Parteifreund Martin Güll, bis 2008 selbst Hauptschulrektor, prophezeit zum Beispiel für den Landkreis Dachau, dass sieben der elf Hauptschulen im Landkreis damit „beerdigt“ seien.

Hauptkritikpunkt aus Sicht der Lehrer ist indes, ob und wie der Abstand zwischen Haupt- und Realschule gewahrt werden sollte. „Eine Forderung, die Prüfungen der beiden Schulen anzupassen, kann nicht zielführend sein“, sagt der Vorsitzende des Realschullehrerverbands, Anton Huber. Ein anderer Wortführer der Realschul-Fraktion spricht von einem „neuen Kuddelmuddel“. Es gebe keinen Schulleiter, der Spaenles Initiative begrüße. „Das Durcheinander ist perfekt.“

Im Ministerium soll sich Spaenle mit seiner neuen Reform nicht nur Freunde gemacht haben. Die Realschulabteilung sei sauer, heißt es, weil sie kaum beteiligt wurde. Verwunderung löst indes aus, dass auch der Volksschullehrerverband BLLV das Mittelschul-Konzept ablehnt. BLLV-Chef Klaus Wenzel favorisiert stattdessen das Kooperationsschulmodell, also die enge Zusammenarbeit von Haupt- und Realschule.

Von Dirk Walter

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