Rechtschreibrat fordert mehr Anstrengungen

München -  Der Rat für deutsche Rechtschreibung beklagt den nachlässigen Umgang von Lehrern und Schülern mit der Sprache.

Rechtschreibung ist kein Gegenstand, der in Diktaten erlernt wird, sondern gemeinsamer Anstrengung bedarf“, teilte der Ratsvorsitzende und frühere bayerische Kultusminister Hans Zehetmair am Dienstag in Mannheim mit. Es sei nicht hinnehmbar, dass jeder fünfte Jugendliche als Analphabet gelten müsse.

Rechtschreibung müsse eine stärkere Rolle in Schule und Lehrerausbildung einnehmen, forderte der Rat, der vor kurzem in München zu seiner zweiten Sitzung der neuen Amtsperiode zusammengekommen war. Auch die Schulbuchverlage seien gefordert: “Didaktisch an die jeweiligen Jahrgangsstufen angepasste Konzepte sind rar“, bemängelte das Expertengremium.

Der Rat für deutsche Rechtschreibung war im Dezember 2004 als Reaktion auf die massive Kritik an der Rechtschreibreform gegründet worden. Er wolle den “Sprachfrieden“ wiederherstellen, hatte Zehetmair (75) damals als Ziel ausgegeben. Er war im März als Ratsvorsitzender wiedergewählt worden. Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein, Bozen-Südtirol und Belgien gehören dem Rat an. Seine Empfehlungen gelten als verbindlich; die großen deutschen Wörterbücher halten sich daran.

dpa

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