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Fahrradfahrerin (14) bei Zusammenstoß mit Bub (8) schwer verletzt

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Heftige Schauer

Regen-Flut in Südbayern

München - Ein gewaltiges Unwetter zog am Mittwoch über Südbayern. In Oberbayern liefen wegen des starken Regens unzählige Keller voll, Züge fielen aus. Ein Mann in Niederbayern starb.

Der Regen ist so heftig, dass sich der 84-jährige Hauzenberger (Kreis Passau) plötzlich Sorgen um seinen Fischweiher macht. Es ist kurz vor zehn Uhr am Abend, ein heftiges Gewitter tobt über Niederbayern. Draußen ist es dunkel. Er zieht sich eine Regenjacke an und machte sich auf den Weg zu seinen Fischen. Gemeinsam mit zwei Verwandten versucht er, den Zulauf zum Weiher mit Steinen abzuschotten. Es regnet immer stärker. Auf einmal ist der Senior verschwunden. Seine Familie denkt, er sei wieder nach Hause gegangen. Sie laufen den Weg ab, keine Spur von dem 84-Jährigen. Zurück am Weiher sehen sie ihn mit dem Kopf nach unten im Wasser treiben. „Sie haben ihn rausgezogen und versucht wiederzubeleben“, sagt ein Sprecher der Polizei. Ohne Erfolg, der Mann war ertrunken. Er konnte nicht schwimmen. Der Hauzenberger war das einzige Todesopfer während des heftigen Gewitters am Mittwoch.

So wütete das Unwetter in München und der Region

So wütete das Unwetter in München und der Region

Eine gigantische Unwetterfront schob sich am späten Nachmittag von den Alpenlandkreisen über München nach Niederbayern. In Oberbayern sorgten Sturmböen, Hagel und starker Regen für umgestürzte Bäume, überflutete Keller, überschwemmte Unterführungen. Mancherorts gingen bis zu 25 Liter Wasser pro Quadratmeter runter. Die Telefone in den Leitstellen der Rettungskräfte standen nicht mehr still. In der Einsatz-Zentrale in Weilheim wurde innerhalb kurzer Zeit 153 Mal die Feuerwehr alarmiert, hauptsächlich wegen vollgelaufener Keller. Dort war man auf das Unwetter vorbereitet, die Leitstelle ist verbunden mit einem Katastrophenfrühwarnsystem des Deutschen Wetterdienstes. „Wir haben zusätzlich vier Leute reinbestellt“, sagt ein Mitarbeiter. Auf den Straßen herrschte teilweise Chaos. Ein vollgelaufener Tunnel in München sorgte auf der A 96 München – Lindau für einen kilometer-weiten Rückstau bis nach Germering (Kreis Fürstenfeldbruck). Beide Seiten waren betroffen. Nach München war die Autobahn eine Stunde gesperrt, nach Lindau fast zwei Stunden.

Auch die Gleise waren von dem Unwetter betroffen, bei den S-Bahnen kam es für die Fahrgäste zu einigen Unannehmlichkeiten. Die Bahnstrecke zwischen Starnberg und Tutzing musste gesperrt werden – ein Baum war auf die Gleise gefallen. Es fuhren Busse. Ein weiterer umgestürzter Baum störte den Verkehr auf der S 8 zwischen Weßling und Herrsching. Auch hier wurden Ersatzbusse eingesetzt. Zu wetterbedingten Zugausfällen kam es auch auf der S 2 nach Erding.

Im niederbayerischen Mengkofen (Landkreis Dingolfing-Landau) führte das Unwetter zu Stromausfällen, in Hauzenberg wurde ein Hausdach abgedeckt. Auf vielen Straßen mussten Radlader angeschwemmten Schlamm und Geröll von den Fahrbahnen entfernen. In Vilsbiburg (Landkreis Landshut) stürzte unter der Last der Wassermassen eine Gartenmauer ein. Hart traf das Unwetter auch einen Imker aus Deutenhofen im Landkreis Dachau. Ein Blitz hatte in seinem Bienenhaus eingeschlagen, rund 250 000 Bienen verendeten dabei.

Von Patrick Wehner

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