Die Kreisstadt Regen liegt idyllisch am Ufer des gleichnamigen Flusses im Regierungsbezirk Niederbayern
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Die Kreisstadt Regen liegt am Ufer des gleichnamigen Flusses

Niederbayerische Kreisstadt

Regen

Die Stadt Regen entstand in ihrer heutigen Form durch die bayerische Gebietsreform in den 1970er-Jahren.

Regen – Am 10. Dezember 1633 legten die Schweden, die Regen während des Dreißigjährigen Krieges mehrmals eroberten, einen Brand in der Stadt. Wie durch ein Wunder überstand ein Marienbild in einer niedergebrannten Bäckereistube die Flammen nahezu unbeschadet. Das Schicksal dieses Marienbildnisses, das später zur Gründung von zwei Marienwallfahrtsorten (Maria Trost und Maria Plain) führte, machte die Stadt überregional bekannt.

Regen: Lage und geografische Verhältnisse

Regen liegt auf einer Höhe von 532 Metern. Die Lage im Nationalpark Bayerischer Wald macht Regen zu einem touristisch interessanten Ort. Der Fluss Regen, ein Nebenarm der Donau, fließt durch das Stadtgebiet. Die Stadt erstreckt sich über eine Fläche von etwas mehr als 65 Quadratkilometern.

Regen: Die Geschichte von den Anfängen bis zum Ende des 15. Jahrhunderts

Historiker gehen davon aus, dass Regen am Ende des 11. Jahrhunderts gegründet wurde. Damals errichtete die Propstei Rinchnach hier eine Siedlung. Die erste urkundliche Erwähnung der Stadt Regen stammt vom 30. März 1148. Damals wurde der Name der Stadt in einem Schutzbrief erwähnt, den Papst Eugen III an das Stift Niederaltaich verschickte. Mit diesem Schreiben bestätigte der Papst die Zugehörigkeit von Regen zu diesem Stift. Die Siedlung gewann an wirtschaftlicher Bedeutung als Flussquerung, nachdem eine Holzbrücke über den Regen errichtet worden war. An derselben Stelle wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Ludwigsbrücke gebaut.

Regen erhielt 1254 den Status eines Klostermarkts. Die Stadt, die bis dahin zum Stift Niederaltaich gehörte, kam durch einen Tauschhandel in den Herrschaftsbereich von Herzog Heinrich XIII und wurde damit zu einem herzoglichen Markt. Im weiteren Verlauf der Geschichte wuchs die Bedeutung der Stadt. 1448 erhielt Regen ein eigenes Stadtwappen. Es zeigt eine weiße Lilie auf blauem Grund und wird noch heute verwendet. Herzog Albrecht IV dokumentierte 1468 die Marktrechte der Stadt in einer Urkunde, dazu gehörten:

  • die niedere Gerichtsbarkeit
  • die freiwillige Gerichtsbarkeit
  • Entscheidungen über Polizeiangelegenheiten

Regen: Die Geschichte der Stadt vom Dreißigjährigen Krieg bis in die 1930er-Jahre

Wie viele andere bayerische Gemeinden wurde Regen im Verlauf des Dreißigjährigen Kriegs (1618-1648) mehrfach von schwedischen Truppen eingenommen und geplündert. Die Schweden fielen in den Jahren 1633, 1641 sowie 1648 ein und führten Brandschatzungen durch.

1808 verlor Regen seine Gerichtsbarkeit, die dem Landgericht zugeordnet wurde. Fünf Jahre später, am 21. März 1808, erhob der bayerische König den Markt zu einer Municipalgemeinde. 1849 besuchte König Max II von Bayern die Stadt. Das Bildungsangebot Regens wurde durch die Eröffnung einer Mädchenschule 1852 ausgedehnt. Die Anbindung der Stadt an das bayerische Eisenbahnnetz erfolgte am 16. September 1877. Regen wurde zur Station an der Strecke von Plattling nach Bayerisch-Eisenstein. Diese Verbesserung der Verkehrsanbindung führte zu einem Aufschwung der Wirtschaft in den folgenden Jahrzehnten. Während dieser Zeit wurden unter anderem die optischen Werke Rodenstock in Regen gegründet. Zwischen den beiden Weltkriegen erhielt Regen am 1. Januar 1932 den Status einer Stadt.

Regen: Die Geschichte der Stadt vom Zweiten Weltkrieg bis in die Gegenwart

Im Zweiten Weltkrieg war die Stadt aufgrund ihrer Brücken über den Fluss Regen schwer umkämpft. Kurz vor Kriegsende, am 24. April 1945, kam es zur Sprengung von drei Brücken, um den Einmarsch der US-Army aufzuhalten. In der Folge nahmen die amerikanischen Truppen Regen unter schweren Beschuss.

Nachdem die amerikanische Militärregierung den Sitz des Landratsamtes zwischenzeitlich nach Zwiesel verlegt hatte, wurde Regen erst 1948 wieder Verwaltungssitz des Landkreises Regen. In diesem Jahr feierte die Stadt den 500sten Jahrestag der Verleihung ihres Wappens.

1960 wurde Regen zu einer Garnisonsstadt der Bundeswehr. In den 80er-Jahren eröffneten zwei neue Museen in der Stadt, das Museum im Fressenden Haus und das Niederbayerische Landwirtschaftsmuseum. Mit der Gestaltung und Eröffnung eines Kurparks auf der Regeninsel 1992 gelang der Stadt ein entscheidender Schritt bei der Entwicklung hin zum Kurort. Im Jahr 2004 wurde Regen dann zum staatlich anerkannten Luftkurort.

Regen: Einwohner und Verwaltung

Regen hat heute 57 Ortsteile. Dazu gehören unter anderem:

  • Aden
  • Bettmannsäge
  • Eggenried
  • Finkenried
  • March
  • Metten
  • Richtplatz
  • Schlochert
  • Spitalhof
  • Weißenstein
  • Wieshof
  • Windschnur

In Regen leben knapp 11.000 Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt bei 169 Einwohnern je Quadratkilometer (Stand: Dezember 2019).

In der heutigen Form entstand die Stadt Regen durch mehrere Eingemeindungen im 20. Jahrhundert. Dabei kamen die folgenden Gemeinden zur Stadt hinzu:

  • Heilig-Geist, 1917
  • Bärndorf, 1962
  • Neigenhöhe, 1964
  • Riedham, 1964
  • Wieshof, 1964
  • Huberhof, 1964
  • Eggenried, 1964

Im Zuge der großen kommunalen Gebietsreform, die der Freistaat Bayern in den 70er-Jahren durchführte, gelangten mit Wirkung zum 1. Januar 1972 auch die Gemeinden Oberneumais und Rinchachmündt zu Regen.

Regen fungiert als Kreisstadt für den gleichnamigen Landkreis. Dort lebten am 31. Dezember 2019 knapp 78.000 Personen. Der Landkreis Regen erstreckt sich über eine Fläche von 975 Quadratkilometern und hat eine Bevölkerungsdichte von 79 Einwohnern je Quadratkilometer.

Regen: Wirtschaft und Politik

Die Stadt Regen ist das Wirtschafts- und Einkaufszentrum für die Region und bietet zahlreiche Fachgeschäfte sowie ein Kaufhaus. Der Ende des 19. Jahrhunderts gegründete Brillenhersteller Rodenstock unterhält in Regen nach wie vor eine Produktionsstätte und ist ein bedeutender Arbeitgeber. Darüber hinaus haben unter anderem die folgenden größeren Unternehmen ihren Sitz beziehungsweise eine Niederlassung in der Stadt:

  • Schock
  • Holz Schiller
  • Qioptiq

Seit der Erlangung des Status eines staatlich anerkannten Luftkurorts im Jahre 2004 spielt der Tourismus eine noch wichtigere Rolle für die Wirtschaft der Stadt als zuvor. Auch die Bundeswehr bietet in Regen zahlreiche Arbeitsplätze. Sie unterhält seit 1960 die Bayernwald-Kaserne, in der das Panzerbataillon 112 stationiert ist.

Bei den Kommunalwahlen 2020 sicherte sich die CSU als stärkste Partei neun der insgesamt 24 Sitze im Stadtrat von Regen. Die Freien Wähler kamen auf sieben und die SPD auf fünf Sitze. Die Wahl zum Ersten Bürgermeister gewann Andreas Kroner von der SPD.

Regen: Sehenswürdigkeiten in der Stadt

Das Niederbayerische Landwirtschaftsmuseum gehört zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt. Auf 2.000 Quadratmetern Fläche werden hier Exponate aus der Zeit vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert gezeigt. Sie veranschaulichen viele Aspekte der Geschichte des bäuerlichen Lebens in dieser Region.

Auch der Kurpark auf der Regeninsel ist ein beliebtes Ausflugsziel. Im Park befindet sich der Skulpturenweg mit zahlreichen kunstvoll gestalteten Figuren aus Eisen, Stahl und Stein.

Die Burgruine Weißenstein stellt ein interessantes Baudenkmal dar. Sie wurde auf einem über 700 Meter hohen Felsen aus Quarzstein errichtet und kann besichtigt werden. Im Museum im Fressenden Haus werden zahlreiche Objekte präsentiert, die bei archäologischen Ausgrabungen in der Burgruine gefunden wurden.

Auch die folgenden Bauten gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt Regen:

  • St. Johann-Kirche
  • Heilig-Geist-Kirche
  • Stadtpfarrkirche St. Michael

Regen: Sehenswürdigkeiten in der Umgebung

Regen ist für viele Touristen der Ausgangspunkt, um den Nationalpark Bayerischer Wald zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu entdecken. Es handelt sich bei diesem Gebiet um den ersten und größten deutschen Waldnationalpark. Hier können Besucher geführte Wanderungen unternehmen oder eigenständig auf den insgesamt 300 Kilometer langen Wanderwegen oder den 200 Kilometer langen Radwegen die einzigartige Naturlandschaft erkunden. Im Winter finden Langlauf-Fans 80 Kilometer gespurte Loipen vor.

Der Erlebnisberg Silberberg stellt ebenfalls ein populäres Ausflugsziel dar. Hier können Touristen unter anderem an einer Führung durchs Bergwerk teilnehmen oder die Sommerrodelbahn nutzen.

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