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Michael Adam

Wirbel um Facebook-Beitrag

Disco-Betreiber zeigt Landrat Michael Adam an

Regen - Juristischer Ärger wegen Facebook-Beitrag: Der Regener Landrat Michael Adam (SPD) hat zwei Strafanzeigen wegen Verleumdung, Beleidigung und Rufschädigung am Hals. Grund ist diesmal ein Beitrag auf seiner Facebook-Seite. 

Der Regener Landrat Michael Adam (SPD) hat offenbar Ärger mit der Justiz. Der Security-Unternehmer Tom Wehnert (TWS Security) habe Anzeige wegen Verleumdung, Beleidigung und Rufschädigung erstattet. Auch der Gastronom Roland Zaglauer, Betreiber der Discothek Nighlight in Innernzell (Landkreis Freyung-Grafenau), wolle diesen Montag Strafanzeige wegen Verleumdung, Rufschädigung und Beleidigung stellen. Das berichtet das Passauer Wochenblatt "Am Sonntag".

Grund für die Anzeigen soll ein Post von Adam auf seiner Facebook-Seite sein: Der SPD-Politiker hatte ein Bild eines jungen Mannes mit Wunden im Gesicht veröffentlicht, der vor einer Discothek von Türstehern mit Handschellen gefesselt und verprügelt worden sein soll. Darunter schrieb Adam: "Die Mehrheit der Türsteher vor den größeren Bayerwald-Diskotheken ist offensichtlich komplett gehirnamputiert. Niemals würde ich in eine Disco gehen, die solche Leute beschäftigt. Peinlich und erschreckend." Er werde "wirklich jedem" raten, diese Diskothek zu meiden.

Disco-Betreiber Zaglauer dagegen erklärte gegenüber "Am Sonntag", der junge Mann habe betrunken an eine Hauswand uriniert und randaliert. Als die Türsteher den Randalierer hätten bändigen wollen, habe sich der Mann gegen eine Wand fallen lassen und "dabei leider Schürfwunden im Gesicht" zugezogen.

Die Zeitung "Am Sonntag" entfachte daraufhin die Debatte, ob die Äußerungen Adams im Internet denen eines Landrats würdig seien. Michael Adam wehrte sich am Sonntag gegen die "nachweislich tendenziöse" Berichterstattung. So entsprächen einzelne Passagen im Artikel nicht der Wahrheit. In dem Text werde vielmehr bewusst der Eindruck erzeugt, hier liege eine Straftat seinerseits, also Adams, vor. Auf die zwei Anzeigen gegen sich reagierte Adam gegenüber der "Passauer Neuen Presse" gelassen: "Fakt ist (...): Anzeigen kann zunächst einmal jeder jeden wegen allem. Die Frage ist aber: Was kommt bei so einer Anzeige am Ende heraus." Möglicherweise, so mutmaßte der Sozialdemokrat, sei der Artikel ja auch "Auftragsarbeit" für einen guten Anzeigenkunden.

Inhaltlich sei er nicht bereit, von seiner Meinung abzurücken, sagt Adam. Unstrittig sei zwar, dass der junge Mann sich daneben benommen habe."Und wenn sich der junge Mann bei der Aktion widersetzt, dann ist dies auch ein Fall für die Polizei. Und allein für die Polizei", erklärte Adam gegenüber der "Passauer Neuen Presse". "Was jedoch meines Erachtens nicht angehen kann, ist, dass mehrere Security-Männer einem betrunkenen, schmächtigen Mann Handschellen anlegen und ihn prügeln, bis er zwei Brillenhämatome und eine Platzwunde hat und bewusstlos wird", sagt der Landrat. Da derartige Vorfälle in der Vergangenheit häufiger vorkämen, werde er dies weiter zum Thema machen, kündigte Adam an. "Ich bin der Meinung: Wir brauchen eine öffentliche Debatte über die Arbeit unserer Security-Dienste."

Es ist nicht das erste Mal, dass es Adam mit seinen Äußerungen in die Schlagzeilen schafft. Nach der Bundestagswahl im Oktober hatte der 28-jährige SPD-Politiker freimütig verkündet: " Ich habe heute zum ersten Mal CSU gewählt." Damals drohte ihm der Partei-Ausschluss - diesmal muss er mit juristischen Konsequenzen rechnen.  

std

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