Regener Landratskandidaten rechnen mit knappem Ergebnis

Regen - Nach dem Selbstmord des Regener Landrats Heinz Wölfl (CSU) wird mit Spannung das Ergebnis der Stichwahl um den Landratsposten an diesem Sonntag erwartet.

 Vor zwei Wochen bekam SPD-Kandidat Michael Adam 42,7 Prozent der Stimmen und Helmut Plenk (CSU) 34,9 Prozent. “Ich glaube, dass es eine knappe Kiste werden wird“, sagte Adam am Freitag der Nachrichtenagentur dpa. “Das jetzt schon als gewonnen zu betrachten, wäre ein großer Fehler.“

Der 26-Jährige gilt jedenfalls als Favorit und wäre Bayerns jüngster Landrat. Nach Einschätzung des Deutschen Landkreistages wäre Adam auch bundesweit der jüngste Kreischef. “Ich kenne keinen jüngeren“, sagte ein Sprecher.

Dem Landratsamt zufolge erreichte Adam am 13. November in 20 der 24 Gemeinden die Mehrheit. Plenk setzte in den letzten Tagen vor der Stichwahl noch einmal verstärkt auf Haustür-Wahlkampf. Rund hundert Haushalte schaffe er an einem halben Tag, sagte der 41-Jährige am Freitag. “Jetzt werden die Karten neu gemischt, es wird ganz eng.“

Falls Plenk am Sonntag unterliegen sollte, könnte das nicht nur an Adams Beliebtheit liegen. Er glaube schon, dass der Fall Wölfl die CSU einige Stimmen gekostet habe, sagte Plenk. “Sonst könnten wir uns das nicht erklären.“ Unterschwellig spielten Korruptionsvorwürfe eine Rolle. Dass Adam in der ersten Wahl die meisten Stimmen bekommen habe, könne aber auch daran liegen, dass die Wähler einen Gegenpol zur CSU wollen, meinte der Christsoziale. Adam sagte: “Letztlich kann man nicht abschätzen, wie sich der Fall Wölfl auswirkt.“

Die Staatsanwaltschaft Deggendorf ermittelt wegen der Vorwürfe gegen unbekannt. Unter anderem soll Wölfl für seine Hilfe beim Bau eines Supermarktes Geld verlangt haben. Der hoch verschuldete Kommunalpolitiker war im August gegen einen Baum gefahren und gestorben. Er war seit 1994 im Amt. Bei den Landratswahlen 2002 und 2008 war er der einzige Kandidat.

dpa

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