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Phantombilder der vermeintlichen Täter.

Prozess vor Gericht hat begonnen

Erfundene Vergewaltigung: Das soll der Auslöser gewesen sein

Regensburg - Vor zwei Jahren zeigte eine Frau in Regensburg eine Vergewaltigung an. Später kommt heraus, dass diese so nie stattgefunden hat. Nun steht die Lügnerin vor Gericht.

Polizisten untersuchen einen der vermeintlichen Tatorte.

Von drei Männern entführt, mehrfach vergewaltigt und dann nackt in der Regensburger Innenstadt ausgesetzt! Als am 27. Juli 2014 eine junge Frau auf der Polizeiinspektion auftaucht und ihre Geschichte schildert, sind die Beamten entsetzt. Nachdem auch Verletzungen festgestellt werden, rollt eine groß angelegte Fahndung der Polizei an. 

Auch drei Rumänen werden wenig später aufgrund von angefertigten Phantombildern festgenommen - sie sind jedoch unschuldig. Denn fünf Wochen später stellt sich heraus: Die Vergewaltigung war frei erfunden. Alles ausgedacht und erlogen. Die junge Frau hatte gegenüber Bekannten zugegeben, dass die Tat so nicht stattgefunden habe. Die Polizei ist entsetzt und zeigt die 24-Jährige an.

Seit dieser Woche muss sich die Frau nun vor dem Amtsgericht Regensburg wegen Vortäu­schens einer Straftat und Betrugs verantworten. Fünf Wochen lang hatten Frauen in Regensburg Angst, die Kripo beschäftigte sich nur mit dem Sex-Fall. Auch bekam die Frau 400 Euro finanzielle Unterstützung vom Opferverein "Weißer Ring" - zu Unrecht.

Angeklagte als Kind von Vater missbraucht

Am ersten Prozesstag wurde das Leben der Angeklagten beleuchtet. Die heute 24-Jährige wurde als Kind von ihrem Vater missbraucht, die Verteidigung sieht hier den Grund für die Falschaussage.

Die Angeklagte hatte sich vor der angeblichen Tat ein Video mit Vergewaltigungen angesehen, bei denen drei Männer beteiligt waren, wie die Mittelbayerische Zeitung berichtete. So habe sie die angebliche Tat in einem Auto schildern können.

Die 24-Jährige selbst schweigt zu den Vorwürfen. Der Prozess wurde am Montag unterbrochen, wird demnächst fortgesetzt.

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