Ein großes Kruzifix in der Mitte des Regensburger Doms. Darum sind Stuhlreihen aufgebaut.
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Das Bistum Regensburg will Missbrauchsopfern mehr Geld zahlen.

Bis zu 50.000 Euro Entschädigung

Bistum Regensburg erhöht Zahlungen für Missbrauchsopfer - „Leid verschwindet nicht einfach“

  • Thomas Eldersch
    vonThomas Eldersch
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Das Bistum Regensburg will den Opfern von sexueller oder körperlicher Gewalt mehr Geld zahlen. Es folgt damit dem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz.

  • Das Bistum Regensburg* will Opfern von Gewallt und Missbrauch mehr Geld zahlen.
  • Opfer können mit Zahlungen von bis zu 50.000 Euro rechnen.
  • Damit setzt das Bistum den Beschluss der Deutschen Bischofkonferenz um.

Regensburg - Nach dem Bistum Augsburg, das Anfang Juni bekannt gab, seine Zahlungen an Missbrauchsopfer erhöhen zu wollen, zieht nun das Bistum Regensburg nach. Am Montagabend (3. August) beschloss die Diözese, Betroffenen mehr Geld zukommen zu lassen. Damit folgt sie einem Beschluss der Deutschen Bischofskonferenz. Erst im März haben sich die deutschen Bischöfe getroffen und über Leitlinien diskutiert, wie man Opfern finanziell helfen kann.

Bistum Regensburg: Betroffene können mit Zahlungen von bis zu 50.000 Euro rechnen.

Opfer von sexueller Gewalt sollen nach dem neuen Beschluss bis zu 50.000 Euro als „Anerkennungsleistung" erhalten. Betroffene, die körperlicher Gewalt ausgesetzt waren, erhalten bis zu 12.500 Euro. Damit sollen all diejenigen entschädigt werden, die als Minderjährige von kirchlichen Mitarbeitern misshandelt wurden. Besonders, weil viele von ihnen vor einem Gericht keine Chance mehr auf Schmerzengsgeld oder Schadensersatz haben, da die Fälle verjährt sind.

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sagte dazu: „Mir ist bewusst, dass auch die höhere Anerkennungsleistung das erlittene Unrecht nicht wiedergutmacht und dass das Leid nicht einfach verschwindet." Das Bistums-Oberhaupt hofft jedoch, den Opfern ein wenig Linderung zu verschaffen. „Ich verbinde diesen Schritt mit der Hoffnung, dass Betroffene dies als Anerkennung Ihres Leids sehen können und als ein Zeichen unserer Bereitschaft annehmen, nach unseren Möglichkeiten zu einer Heilung und Befriedung beizutragen.“

Bistum Regensburg: Seit 2010 sind mehere Millionen Euro an Opfer geflossen

Genaue Daten zur Frage, wie viel Geld bisher an die einzelnen Opfer überwiesen wurde, gab das Bistum nicht preis. Nach eigenen Angaben hat die Diözese im Zeitraum von 2010 bis 2019 aber mehr als vier Millionen Euro an „Anerkennungsleistungen" bereitgestellt. (tel) *Merkur.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Erst vor kurzem stattete der ehemalige Papst Benedikt Regensburg einen Besuch ab

Der ehemalige Pontifex war zu Besuch bei seinem Bruder Georg Ratzinger. Dieser ist wenige Tage nach dem Besuch im Alter von 96 Jahren gestorben. Kaum in Rom zurück, dann die nächste Hiobsbotschaft. Der ehemalige Papst leide an einer schmerzhaften Viruserkrankung.

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