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Zu wenig Corona-Impfstoff: Regensburger Hausärzte werfen Spahn Unaufrichtigkeit vor - „Wir wollen impfen“

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Von: Thomas Eldersch

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Gesundheitsminister Spahn betont immer wieder, dass genug Impfstoff vorrätig ist. Er scheint jedoch nicht dort anzukommen, wo er gebraucht wird.
Gesundheitsminister Spahn betont immer wieder, dass genug Impfstoff vorrätig ist. Er scheint jedoch nicht dort anzukommen, wo er gebraucht wird. © Kay Nietfeld/dpa

Regensburgs Fach- und Hausärzten geht der Impfstoff aus. Dazu bemängeln sie die offizielle Kommunikation. Der Frust der Impfwilligen entlädt sich in den Praxen.

Regensburg - Mit einer Inzidenz von 443.3 (Stand: 6. Dezember, RKI) liegt Regensburg* im Mittelfeld in Bayern. Die Zahlen sollen aber weiter runter und dabei hilft langfristig nur das Impfen. Das wissen die Haus- und Fachärzte aus der oberpfälzischen Metropole nur zu gut. Aber nicht etwa die mangelnde Impfbereitschaft der Menschen machten ihnen zu schaffen: Es gibt nicht genug Corona*-Impfstoff. Das ist nicht nur in der jetzigen Zeit sehr ärgerlich. Sie bekommen deshalb auch den Frust der Impfwilligen ab.

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Zu wenig Impfstoff in Regensburg - Ärzte bemängeln „grottenschlechte Organisation“

Am Wochenende war eigentlich eine Impfaktion in einer Facharztpraxis in Regensburg geplant gewesen. Bis zu 500 Menschen hätten das Vakzin bekommen sollen. Was fehlte, war der Impfstoff und die Aktion musste abgesagt werden. So oder so ähnlich geht es derzeit vielen Medizinern. HNO-Arzt Erich Gahleitner verriet der Mittelbayerischen: „Wir wollen impfen, Minister Spahn sagt, es gibt genug Impfstoff, aber die Dosen kommen bei uns nicht an. Die Politiker sind nicht aufrichtig. Und der Ärger landet in den Praxen.“ Seine Angestellten müssten reihenweise Termine absagen. Dafür würden sie für ihre „grottenschlechte Organisation“ beschimpft.

Bis Anfang des Monats wurden in Regensburg* laut der Regierung von Oberpfalz 14.562 Booster-Impfungen in Praxen durchgeführt. Die Zahl der Erst- und Zweitimpfung sei hingegen relativ niedrig. Aber die Stadt steht im bayernweiten Vergleich beim Impfen gut da. Die Impfquote beträgt 73,4 und liegt damit deutlich über dem bayerischen Wert von 67 Prozent. 15,4 Prozent der Regensburger wurde bereits geboostert. Die Probleme bei der Impfstoffverteilung bremsen diesen Trend derzeit aber aus.

Neben dem Impfstoffmangel führt die Kommunikation rund um Moderna zu Problemen

Neben des knappen Guts Impfstoff, macht den Ärzten auch die Kommunikation rund um das Vakzin von Moderna* zu schaffen. Josef Kammermeier, Sprecher der Regensburger Apotheker, spricht gegenüber der Mittelbayerischen von einem „Kommunikationsdesaster“ der Regierung. Denn es hieß, dass aufgrund des drohenden Verfalldatums vorwiegend Moderna verimpft werden sollte. „Als würde man den Menschen verfallenen Joghurt andrehen wollen.“ Dadurch würden die Telefone in den Praxen nicht mehr stillstehen. Zahlreiche Menschen würden ihre Bedenken äußern. Dabei sei das Vakzin vollkommen gleichwertig, betont der Apotheker. Er selbst habe sich auch mit Moderna boostern lassen, weil es wohl etwas wirksamer gegen Delta seien soll.

Über zu wenig Impfstoff können sich die beiden Impfzentren der Stadt derzeit nicht beschweren. Und auch die Quote der Erstimpfungen sei hier höher. Sie beträgt „rund ein Drittel der täglich rund 1000 Impfungen am Tag“, schätzt der Leiter Richard Leberle. Vakzine von den drei Herstellern Biontech*, Moderna und Johnson&Johnson* seien genug vorrätig, so der Leiter gegenüber der Mittelbayerischen. (tel) *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Schon Ende November konnte die Nachfrage nach dem Impfstoff kaum befriedigt werden. Und das, obwohl bis Weihnachten eigentlich über fünf Millionen Menschen in Bayern geboostert werden sollen.

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