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Probleme auf Regensburger Sportanlage: Amtschef bezeichnet Mitarbeiter als „Büffel“

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Von: Stefan Aigner

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Eingang zur Sportanlage am Weinweg in Regensburg mit beschriftetem Schild
Beliebt bei vielen Regensburgern: Die Sportanlage am Weinweg. © Martin Oswald

Bei der Fragestunde im Sportausschuss wird der Leiter des Regensburger Sportamts ungewöhnlich deutlich.

Regensburg – Nach einem Beschwerdebrief von Vereinen an der städtischen Sportanlage am Weinweg spricht Johann Nuber, Leiter des Regensburger Sportamts, ungewöhnlich offen über Personalangelegenheiten und äußert mehrfach Kritik an den Kollegen des städtischen Gartenamts.

Ärger an Sportanlage am Weinweg: Wird zu wenig miteinander geredet?

Grünen-Stadtrat Daniel Gaittet hatte anlässlich des Briefs mehrere Fragen in der Sitzung des Sportausschusses gestellt. Mehrere Vereine, die auf der Anlage im Stadtwesten von Regensburg aktiv sind, darunter auch der „Bunte Liga e.V.“, hatten sich über verschiedene Missstände beklagt und den neuen Platzwart kritisiert.

„Wenn es um die Sportanlage am Weinweg geht, wird zu viel übereinander und zu wenig miteinander geredet“, meint Gaittet dazu. Er regt einen regelmäßigen Runden Tisch an, bei dem sich sämtliche Beteiligten regelmäßig austauschen, um solchen Konflikten vorzubeugen.

Kritik an Zuständen auf Sportanlage: Zwischenlösung für den Kiosk

Sportamtschef Nuber räumt einen Teil der Probleme, die in dem Brief angesprochen werden, durchaus ein. Etwa das Problem, dass der Kiosk seit mittlerweile zwei Jahren geschlossen ist. Hier sei zwar eine Ausschreibung in Arbeit, aber es gebe noch rechtliche Bedenken. Deshalb soll es nun eine Zwischenlösung geben, so Nuber. Man werde einen Geräteschuppen zur Verfügung stellen und mit Bänken und Kühlschränken bestücken.

Mit der Bunten Liga habe man vereinbart, dass die Aktiven dort zumindest an den Wochenenden in Eigenregie Getränke ausschenken, um sich nach Training oder Spielen zusammensetzen zu können. „Das gehört zum Sport dazu und das sehen wir auch so“, so Nuber.

Seit Jahren kein neuer Kunstrasen am Weinweg: Sportamtschef kritisiert Gartenamt

Als Gaittet zum nach wie vor ausstehenden Kunstrasen für einen Platz, der ist seit Jahren Beschlusslage und es gibt Geld dafür im Investitionsprogramm, fragt, wirkt Nuber resigniert. „Wenn ich könnte, würde ich den Rasen selbst ausschreiben.“ Aber zuständig dafür sei das Stadtgartenamt. Und das komme seit vier Jahren nicht vorwärts – obwohl er sogar schon Musterausschreibungen vorbereitet habe, so Nuber. Doch bevor er aus dem Dienst ausscheide (im kommenden Jahr), werde das noch klappen, verspricht der Sportamtschef.

Auch für Löcher in Plätzen, die laut dem Brief schon zu Verletzungen geführt haben, weist Nuber die Verantwortung dem Gartenamt zu. Eine Firma, die neue Bewässerungsanlagen verlegt hatte, habe mangelhaft gearbeitet. Doch das Gartenamt habe das dennoch abgenommen. „Warum weiß ich nicht. Aber es ist halt so.“ Seine Platzwarte hätten das am Ende behoben, so der Sportamtsleiter.

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Kritik am Hausmeister: Sportamtschef redet Klartext

Ohne dass Gaittet explizit danach gefragt hätte, geht Nuber ausführlich auf die Beschwerden über das Kommunikationsverhalten des neuen Hausmeisters auf der Anlage ein. Der Mann leiste keine schlechte Arbeit. Aber kommunikativ sei er „nicht hundertprozentig gut“. Er sei, wie man in Bayern so sage, „ein Büffel“. Entsprechend reagiere dann die andere Seite und so würden sich manche Situationen hochschaukeln.

Er sehe allerdings keinen Grund, den Mann wegen Unfreundlichkeit auf die Straße zu setzen. „Da müsste die halbe Stadtverwaltung wohl...“, setzt Nuber an, lacht, wird aber dann von Sportbürgermeisterin Astrid Freudenstein gestoppt.

Kritik am Hausmeister: Schlecht bezahlte Stelle mit viel Konfliktpotential

Man habe „ein ernstes Wörtchen“ mit dem Hausmeister gesprochen und der werde künftig auch anders kommunizieren, ansonsten drohe ihm eine Abmahnung.

Man müsse aber immer bedenken, dass der Mann auf einer EG5-Stelle arbeite (zwischen rund 2.500 und 3.100 Euro brutto), die man nach langen Kämpfen überhaupt erst von Entgeltgruppe 4 hochstufen konnte. 48 Stunden, Schichtbetrieb. „Das ist wirklich kein einfacher Job dort und du bist dauernd mit Konfliktgesprächen behaftet.“

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