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Regensburger Verschwörungstheoretiker stirbt an Corona - zuvor meldete er sich noch von Intensivstation

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Eine Pflegekraft steht in einem Krankenzimmer
Ende Dezember meldete er sich noch von der Intensivstation. (Symbolbild) © Fabian Strauch/dpa/Illustration

Er hetzte gegen die Corona-Maßnahmen, rief zu „Spaziergängen“ auf, sprach spöttisch von „Coronoia“. Jetzt ist Otmar Spirk, Regensburger Rechtsanwalt, gestorben - an Corona.

Regensburg – Er sei in den frühen Morgenstunden des 7. Januar im Alter von 67 Jahren verstorben, heißt es auf seinem Blog. Zuvor wurde dort verkündet, Otmar Spirk sei „seit einer Woche an Covid-19* erkrankt und hütet sein Bett“. Ende Dezember rief er zu einer Demonstration in den Regensburger Arcaden am 1. Januar auf und schickte gleichzeitig einen „Gruß von der Intensivstation“: „Wer sein Leben auf Knien verbringt, hat keines.“ Das berichtet idowa.

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Regensburger Verschwörungstheoretiker stirbt an Corona - Otmar Spirk wetterte gegen Maßnahmen 

Der in Pentling ansässige Rechtsanwalt hatte sich im Regensburger* Raum als Gegner der staatlichen Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie etabliert und online zu Kundgebungen und Demos aufgerufen. Öffentlich wetterte er gegen den „Corona-Politik-Wahnsinn“ und schrieb über sich selbst, er sei ein „Verschwörungstheoretiker“. Bilder auf seinem Blog zeigen ihn immer wieder bei Demos, auf einem Foto trägt er etwa eine Maske mit der Aufschrift „Viva Coronoia“.

Er teilte regelmäßig Fotos von Demonstrationen und sogenannten „Spaziergängen“. Etwa von Schildern, auf denen Slogans wie „Keine Impfpflicht, Ende der Testpflicht, Hände weg von unseren Kindern“ oder „Menschheits-Familie vereint gegen Dauer-Abo von Genmanipulation“ zu lesen sind. 

Regensburger Corona-Leugner wollte Erkrankung nicht wahrhaben 

Bis zuletzt habe Otmar Spirk nicht wahrhaben wollen, dass er an Corona sterben könnte, berichtet idowa aus dem näheren Umfeld des Verstorbenen. In einem Nachruf auf seinem Blog heißt es: „Wir verlieren in ihm einen Menschen, der vielen als Anwalt und Berufsbetreuer zu ihrem Recht geholfen hat.“ Spirk setzte sich für Flüchtlingen und Hartz-IV-Empfängern im Clinch mit Vermietern oder dem Jobcenter ein. Im Nachruf der Mittelbayerischen wird er als „liebenswürdig im Ton“ und „als Anwalt korrekt und hartnäckig in der Sache“ beschrieben. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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