Die sterblichen Überreste des heiligen Wolfgang.
+
Die sterblichen Überreste des heiligen Wolfgang.

1000 Jahre alte Gebeine

Wertvolle Reliquien aus bekannter Kirche geklaut: Überreste des Heiligen Wolfgang weg - „Schaden unermesslich“

  • Katharina Haase
    VonKatharina Haase
    schließen

In Regensburg sind die sterblichen Überreste des Heiligen Wolfgang gestohlen worden. Die über 1000 Jahre alten Gebeine wurden aus der nach ihm benannten Kirche entwendet.

  • In Regensburg* sind wertvolle Reliquien gestohlen worden.
  • Unbekannte entwendeten die sterblichen Überreste des Heiligen Wolfgang.
  • Der ideelle Schaden des Diebstahl ist immens.

Regensburg - Ungewöhnlicher Raubzug in Regensburg: Unbekannte Täter haben in der Nacht zum Montag die sterblichen Überreste des Heiligen Wolfgang aus der nach ihm benannten Kirche in Regensburg gestohlen. Dabei seien die Täter äußerst rabiat vorgegangen, wie die Kirchengemeinde mitteilte. Die Reliquien seien „mit äußerster Gewalt aus dem Panzerglas und der Stahlumfassung herausgebrochen“ worden. Der ideelle Schaden des Verlusts sei unermesslich, heißt es in der Erklärung der Gemeinde weiter.

Regensburg: Reliquien des Heiligen Wolfgang gestohlen - ideeller Schaden immens

Der im Jahr 994 verstorbene und im 1052 heilig gesprochene Wolfgang war ein bedeutender Kirchenfürst des Mittelalters gewesen. Unter anderem wurde er als Erzieher des späteren Kaisers Heinrich II. eingesetzt und später zum ersten Bischof Regensburgs ernannt. Er starb am 31. Oktober 994. Noch immer wird alljährlich an seinem Todestag das Wolfgangsfest gefeiert. Der Verlust der Reliquien so kurz vor dem Fest ist besonders bitter für die Gemeinde.

Regensburg: Reliquien des Heiligen Wolfgang gestohlen - Zeugen gesucht

Einziger Trost: Nicht alle Reliquien Wolfgangs wurden in der Kirche aufbewahrt. Der größere Teil ruht in der berühmten St.-Emmerams-Basilika in der Altstadt* und ist nach wie vor unversehrt. Auch in dem österreichischen Ort St. Wolfgang im Salzkammergut sowie in Portugal werden Reliquien des ehemaligen Bischofs aufbewahrt.

Die Kripo Regensburg nahm Ermittlungen wegen eines besonders schweren Falls des Diebstahls auf, auch wenn der materielle Schaden vergleichsweise gering ist. Die Ermittler baten dringend um Zeugenhinweise aus der Bevölkerung. „Jeder noch so kleine Hinweis kann für die Ermittlungen von Bedeutung sein“, schrieben die Beamten.

Zu einem spektakulären Raub von Kostbarkeiten kam es auch im Dezember vergangenen Jahres in Dresden. Einbrecher hatten im „Grünen Gewölbe“ des Residenzschlosses in Dresden Juwelen von unschätzbarem Wert gestohlen. Noch immer fehlt davon jede Spur. Der Schaden beläuft sich auf rund eine Milliarde Euro.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare