Flutpolder Eltheim
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Der geplante Flutpolder Eltheim an der Donau im Landkreis Regensburg (Luftaufnahme mit einer Drohne).

„Ein herber Rückschlag“

Flutpolderkonzept wird doch umgesetzt: Landrätin Tanja Schweiger reagiert

Das umstrittene Flutpolderkonzept soll nun doch realisiert werden. Ein herber Rückschlag für die Stadt Regensburg, findet Landrätin Tanja Schweiger.

Regensburg - Der Streit um die Errichtung von Flutpoldern im Landkreis Regensburg* ist neu entfacht. Eine Studie des bayerischen Umweltministeriums hat herausgefunden, dass die Polder wirksamer als gedacht sein sollen. Freie-Wähler-Chef und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger bezeichnete die Debatte darauf als „neu eröffnet“. Landrätin Tanja Schweiger steht dem ganzen kritisch gegenüber, wie sie am Mittwoch (23. Juni) in einer Pressemitteilung verlauten ließ. 

Regensburg: Flutpolderkonzept ist „ein herber Rückschlag“ 

Laut Landrätin Tanja Schweiger stimme die Realisierung des Flutpolderkonzepts nicht mit der Festlegung im Koalitionsvertrag überein. Sie bezeichnet die mögliche Weiterführung des umstrittenen Konzepts als einen „herben Rückschlag“. „Aus unserer Sicht muss zuerst die grundsätzliche Frage der Sinnhaftigkeit der Flutpolderidee aufbereitet werden“, erklärt Schweiger. Zwischen 2015 und 2017 habe man mit dem Umweltministerium einen Dialogprozess geführt, dessen Ergebnisse und offene Fragen „bis heute nicht berücksichtigt“ worden seien, beanstandet Schweiger. 

Die Landrätin vermutet, dass eine Entscheidung für Polder in der Region dazu führen würde, dass donauabwärts Flächen besiedelt würden, die bisher tabu waren, weil eine Scheinsicherheit durch die Polder „vorgegaukelt“ würde. „Sie passt nicht in eine Zeit, die vom Respekt gegenüber der Natur und der größtmöglichen Vermeidung von Versiegelung der Landschaft geprägt ist“, so Schweiger weiter.  

Regensburg: Hintergründe des Flutpolderkonzepts 

Flutpolderflächen wurden in der Region bereits 1993 erbaut, um vor Hochwassern zu schützen - eine Baumaßnahme, die vielen Bürgern der Region schon damals missfiel. Im Oktober 2015 erhielt der Landkreis Regensburg dann die Zusage des damaligen bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer, dass nichts gebaut werde, was Schaden zufüge. Auch Markus Söder und das Umweltministerium gaben diese Zusage. Im Koalitionsvertrag 2018 zwischen CSU und den Freien Wählern wurde dann ein Baustopp für die Polder vereinbart.  *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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