Alte Grundschule am Sallerner Berg in Regensburg
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Die alte Schule am Sallerner Berg soll abgerissen und durch ein modernes Schulzentrum ersetzt werden. Streit gibt es über die Zufahrt zur Baustelle.

Neues Schulzentrum

Wegen Baustellenzufahrt für neues Schulzentrum in Regensburg - Bürgerinitiativen bekriegen sich

Zur Erschließung der Baustelle für ein Schulzentrum in Regensburg braucht es eine eigene Zufahrt für den Schwerlastverkehr. Dagegen wehren sich Bürgerinitiativen.

Regensburg - Das geplante neue Schulzentrum auf dem Sallerner Berg in Regensburg bewegt weiter die Gemüter. Mittlerweile gibt es zwei Bürgerinitiativen, die gegen das Vorhaben in der aktuell beschlossenen Form Sturm laufen. Allerdings sind sich auch die beiden BIs nicht grün. Der Streit entzündet sich vor allem an der Baustellenzufahrt für das neue Schulzentrum, das bis zu 100 Millionen Euro kosten könnte (unser Bericht dazu).

Zufahrt zur Schulbaustelle in der Kritik: „Jede Variante bringt Einschränkungen.“

Zur Erschließung der Baustelle für den Schwertransport soll über den Nordhang des Sallerner Berges eine eigene Straße angelegt werden – die sogenannte Variante 9b. Rund 800.000 Euro soll diese kosten und mitten durch die Konradsiedlung führen, über die Aussiger Straße. Das rief die dort gegründete BI Regensburg Nord auf den Plan. Diese hält den Schulneubau zwar für richtig, wendet sich aber gegen die geplante Erschließung.

Zu Spitzenzeiten wird mit bis zu vier Schwerlasttransportern pro Stunde gerechnet. In der Aussiger Straße kann des deshalb laut Aussage der Stadt Regensburg zu „punktuellen Eingriffe in das Parkierungsgeschehen“ kommen. Die Straße diene aber „ausschließlich dem Schwerlastverkehr und wird nachts und an Wochenenden durch Schranken gesperrt“, so das Versprechen der Stadt. „Uns ist bewusst, dass mit jeder Variante der Baustellenerschließung für den Schulneubau am Sallerner Berg gewisse Einschränkungen einhergehen“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer Doch Variante 9b sei am Ende „die sinnvollste“.

Baustellenzufahrt: Bürgerinitiative wittert Klientelpolitik

Bei der BI Nord wittert man hingegen Klientelpolitik. Denn auf der anderen Seite des Sallerner Bergs gibt es die BI Sandberg. Die stemmt sich bereits seit längerem gegen das Bauvorhaben insgesamt, vor allem aber gegen eine Erschließung durch das Wohngebiet der dort organisierten Mitglieder – und hatte damit Erfolg: Die Variante 9b führt als einzige nicht über den Sallerner Berg. „Reine Problemverlagerung“ zulasten der Konradsiedlung sei das, finden die Mitglieder der BI Nord. Diese müsse nun dafür herhalten, dass die Anwohner des Sallerner Bergs keine LKWs vor der Haustüre haben.

Die Stadt Regensburg allerdings kritisieren beide Bürgerinitiativen. Man fühle sich nicht ernst genommen, heißt es unisono. Die Kommunikation sei schlecht. Weder die Kritik an der Baustraße noch an dem Bauvorhaben insgesamt interessiere die Politik. Dagmar Brauner von der BI Nord: „Das Ganze sei bereits durch, hat uns CSU-Fraktionschef Jürgen Eberwein gesagt.“

Streit um Baustellenzufahrt: Demonstration geplant

Doch davon lässt sich die Bürgerinitiative nicht beirren. 400 Unterschriften. Für Mittwoch hat die Oberbürgermeisterin nun einem Ortstermin in der Aussiger Straße zugestimmt. Die Gegner der Baustraße werden dann versuchen, noch einmal für Variante 8 zu werben. Diese wiederum würde durch das Wohngebiet am Sallerner Berg führen, wo die dortige BI ebenfalls 400 Unterschriften gegen das Vorhaben gesammelt hat.

Für die Oberbürgermeisterin dürfte der Termin am Mittwoch nicht einfach werden. Die Gegner wird sie nur schwer von der geplanten Baustraße überzeugen können. Diese haben für den 1. Oktober ist eine Demonstration geplant. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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