1. Startseite
  2. Bayern
  3. Regensburg & Oberpfalz

Elf Tote in Seniorenheim in Regensburg: Sie hatten teils schwere Vorerkrankungen

Erstellt:

Kommentare

Drittimpfung
Elf Bewohner eines Seniorenheims in Regensburg sind an den Folgen einer Covid-Erkrankung gestorben. Alle Erkrankten waren doppelt geimpft. © Peter Endig/dpa-Zentralbild/dpa

Im Oktober starben elf Bewohner des Seniorenheims Deutschordenshaus St. Ägid mit oder an Covid-19 – trotz einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus.

Regensburg – Im Seniorenheim Deutschordenshaus St. Ägid sind im Oktober elf Bewohner mit oder an einer Infektion mit dem Coronavirus* gestorben. Das bestätigte das Nürnberger Gesundheitsamt am 8. November. Alle Verstorbenen seien vollständig geimpft gewesen. Sie hätten zum Teil an schweren Vorerkrankungen gelitten. 

(Übrigens: Unser brandneuer Regensburg-Newsletter informiert Sie regelmäßig über alle wichtigen Geschichten aus der Weltkulturerbe-Stadt. Melden Sie sich hier an.)

Regensburg: Wurde die Infektionsgefahr unterschätzt?

Wie die Mittelbayerische Zeitung berichtet, war der erste Fall am 11. Oktober bekannt geworden. Ein vollständig geimpfter Bewohner war mit oder an Covid-19 gestorben, weitere hatten sich infiziert. Man habe es geschafft, den Ausbruch auf wenige Personen einzugrenzen, hieß es damals seitens der Heimleitung – die Infizierten seien isoliert. Das erwies sich jedoch als Irrtum.

Dass es trotz einer vollständigen Impfung gegen das Coronavirus* zu einem tödlichen Verlauf kommen kann, ist bekannt. Anfang 2021 wurden die ersten Impfungen angeboten. Seither sind in Stadt und Kreis Regensburg 162 Menschen an Covid-19 verstorben. 15 davon waren laut Gesundheitsamt komplett geimpft. 

Regensburg: Impfquote bei über 80-Jährigen besonders hoch

Die Wahrscheinlichkeit eines schweren oder tödlichen Corona-Verlaufs steigt mit zunehmendem Alter. Vorerkrankungen spielen dabei eine nicht zu unterschätzende Rolle. Die Impfquoten bei über 80-jährigen Regensburgern sind darum besonders hoch. 8000 Bürgerinnen und Bürgerinnen dieses Alters leben in der Stadt, 6500 von ihnen haben bereits den zweiten Piks erhalten. „Man muss natürlich in Betracht ziehen, dass über 80-Jährige eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, zu sterben“, sagte Richard Leberle, Leiter des Impfzentrums, nach dem ersten Oktober-Todesfall im Deutschordenshaus gegenüber der Mittelbayerischen.

Immer wieder kommt es auch in anderen Seniorenheimen in der Region zu Corona-Ausbrüchen. Der BRK-Bezirksverband verriet der MZ, dass in einem Heim in Eggmühl eine ungeimpfte Mitarbeiterin an Covid-19 erkrankt ist. In Neutraubling schlug ein Schnelltest bei einer doppelt geimpften Reinigungskraft positiv an. „Corona-Ausbrüche im großen Stil oder Covid-Todesfälle vermeldet das BRK für keines seiner acht Häuser in Ostbayern“, fasst Sprecher Frank Betthausen zusammen.

Regensburg: Heime setzen auf 3G für Besucher und Booster-Impfungen für Bewohner

Beim Caritasverband sieht die Lage noch besser aus. In Regensburg und im Landkreis gibt es laut Sprecher Harry Landauer keinen einzigen Corona-Fall. Alle Mitarbeiter würden seit letzter Woche regelmäßig getestet - Besucher müssen sich an die 3G-Regel halten. Auch der BRK hat in seinen acht Häusern für Besucher die 3G-Regel eingeführt. „Wir legen großen Wert auf regelmäßige Tests bei den Mitarbeitern“, sagt Bezirksgeschäftsführer Mario Drexler der Mittelbayersichen. Seit dieser Woche werden auch die geimpften und genesenen Beschäftigten mindestens zweimal pro Woche getestet, Mitarbeiter ohne Impfschutz täglich vor Dienstbeginn.

Impfdurchbrüche nehmen aufgrund der gestiegenen Corona-Inzidenzen ebenfalls zu. Vor allem sind ältere Menschen betroffen, deren Immunsystem nicht mehr so gut funktioniert oder die schon zu Beginn des Jahres vollständig geimpft wurden. Für sie ist eine Booster-Impfung* der sicherste Schutz vor einer Infektion. Im Deutschordenshaus St. Ägid laufen die Auffrischungsimpfungen gerade an. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,
wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.
Die Redaktion