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Regensburg - Stadt und Landkreis

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Das historische Rathaus von Regensburg
Das historische Rathaus von Regensburg © Armin Weigel / dpa

Regensburg blickt auf eine Jahrtausende alte Geschichte zurück. Der gleichnamige Landkreis ist der südlichste des Regierungsbezirks Oberpfalz. Die ostbayerische Metropole verfügt über zahlreiche Sehenswürdigkeiten: Rund 1.350 denkmalgeschützte Objekte verteilen sich auf das Stadtgebiet.

Ostbayern – Mit 153.094 Einwohnern (Stand Dezember 2019) ist Regensburg nach München, Nürnberg und Augsburg die viertgrößte Stadt in Bayern. In der Liste der größten Städte im Bundesgebiet belegt sie Platz 55. Im angrenzenden Landkreis Regensburg lebten im Dezember 2019 194.070 Menschen. Er ist der südlichste Kreis in Ostbayern.

Regensburg: Geografische Lage von Stadt und Landkreis

Die Stadt Regensburg liegt am nördlichsten Punkt der Donau sowie an den Mündungen der Flüsse Naab und Regen. Das Gebiet zeichnet sich durch mehrere Donauinseln aus: dem Oberen Wöhrd (Jahninsel), dem Unteren Wöhrd sowie Stadtamhof. Der bis 1924 selbstständige Ortsteil wurde 1970 durch den Bau des Europakanals vom Festland abgetrennt.

Vier Naturgroßräume prägen die Landschaften in Regensburg und dem umliegenden Landkreis:

An die Stadt grenzen die folgenden von insgesamt 30 Gemeinden im Landkreis:

Darüber hinaus gehören folgende Städte und Marktgemeinden zum Kreis:

Der Landkreis Regensburg teilt seine Grenzen mit sechs Nachbarkreisen:

Regensburg: Geschichte der Stadt

Die Geschichte der Stadt Regensburg reicht mehr als 5.000 Jahre zurück. Archäologische Funde weisen darauf hin, dass das Areal bereits in der Steinzeit besiedelt war. Die erste Erwähnung in historischen Quellen stammt aus dem Jahr 179. Auf einer vor rund 100 Jahren entdeckten Steintafel wurde vermerkt, dass Kaiser Marc Aurel eine „Castra Regina“, die „Burg am Regen“, an der Donau errichtet habe. Regensburg wies im Laufe seiner Entwicklung zahlreiche Namen auf, darunter das um 770 vermerkte Radaspona und das aus dem keltischen stammende Ratisbonne.

Im Mittelalter stieg die Bedeutung der Stadt rasant an. Von etwa 500 bis 788 diente Regensburg als Zentrum fränkischer Adligen aus dem Geschlecht der Agilolfinger. Das Bistum Regensburg existierte es bereits einige Jahrzehnte, bevor im Jahr 739 auf Initiative von Herzog Odilo das Bistum Regensburg kirchenrechtlich gegründet und damit offiziell dem Bischof von Rom unterstellt wurde. Damit ist es eines der ältesten Bistümer Deutschlands.

Regensburg: Metropole des Mittelalters

Die exponierte Lage an großen Fernhandelsstraßen trug im Mittelalter wesentlich zum Aufstieg der Stadt bei. Um das Jahr 1050 lebten 40.000 Menschen in Regensburg. Damit war sie die größte Stadt im Deutschen Reich. Die Wirtschaft erblühte vor allem durch den Handel mit großen Zentren wie Venedig, Paris und Kiew.

Die Architektur des Mittelalters ist bis heute in weiten Teilen erhalten. Dazu zählen Bauwerke wie die Steinerne Brücke als Verbindung über die Donau aus dem Jahr 1146. Die Brücke trug maßgeblich zu einer Maximierung des Wohlstands bei.

Ab 1207 verlieh der Adel Regensburg weitgehende Privilegien und ermöglichte so ihren Status als Freie Stadt. Reiche Bürger beeinflussten Politik und Handel. Rund 60 dieser Familien bildeten das Patriziat und zugleich die Regierung. Im Zuge ihrer Herrschaft entstanden zahlreiche repräsentative Bauten. Der um 1250 erbaute Goldene Turm ist aus dieser Zeit erhalten.

Um 1275 begann der Bau des Regensburger Doms St. Peter als Nachfolgebauwerk einer zerstörten romanischen Kirche. Er ist heute eine der bedeutendsten Kathedralen der Welt.

Regensburg: Entwicklung in der Neuzeit

Im 14. und 15. Jahrhundert endete der Aufstieg der Stadt: Durch die Verlagerung der Handelswege nach Wien, Nürnberg und Augsburg verzeichnete Regensburg immer weniger Einwohner. Die von 1347 bis 1353 wütende Pest trug ihr Übriges dazu bei. Die Hussitenkriege ab 1419 führten zur Zerstörung von Absatzgebieten, die Stadt wurde von den Handelsrouten abgeschnitten.

Während und nach dem Dreißigjährigen Krieg wurde Regensburg zum Zufluchtsort für evangelische Vertriebene aus Österreich. Ab 1663 bis 1806 fungierte die Stadt als Versammlungsstätte des Immerwährenden Reichstags, der Versammlung der Reichsstände im Heiligen Römischen Reich.

Regensburg: Entwicklung der Einwohnerzahlen

Mit dem Anschluss ans Eisenbahnnetz 1859 zog die Moderne ein: Das Stadtbild änderte sich durch Abrisse der mittelalterlichen Befestigung und Neubauten grundlegend. Dennoch siedelte sich in Regensburg kaum Industrie an, die Bevölkerungszahl stieg nur gering. Das änderte sich ab 1924 durch zahlreiche Eingemeindungen, unter anderem der Gemeinde Stadtamhof. Nach dem Zweiten Weltkrieg überschritt die Bevölkerungszahl durch Flüchtlinge rasant die 100.000er-Marke. Die bayerische Gebietsreform 1972 führte zu weiteren Eingemeindungen sowie zu einer Vergrößerung des angrenzenden Landkreises.

Regensburg: Entstehung des heutigen Landkreises

Aus verschiedenen Landgerichten (den Vorläufern der 1939 eingeführten Landkreise) entstand 1862 das Bezirksamt Regensburg. Damit schlossen sich die Kreise Regensburg und Wörth an der Donau zusammen. Zugleich wurden Stadtamhof und Regenstauf administrativ zusammengefasst. Die Stadt Regensburg blieb davon unberührt. In den folgenden Jahrzehnten wurden beide Bezirke sukzessive erweitert. 1929 löste man den Bezirk Stadtamhof auf, der Ort wurde nach Regensburg eingemeindet.

Am 1. Januar 1939 wurde nach offiziellem Beschluss aus dem Bezirksamt der Landkreis Regensburg. Nach einigen Änderungen 1946 vergrößerte sich dieser im Zuge der bayerischen Gebietsreform 1972 deutlich. Zwei Jahre später erreichte der Kreis nach weiteren Eingemeindungen seine heutige Ausweitung.

Regensburg: Wichtige Wirtschaftszweige

Mit der Gründung der Universität Regensburg 1967 erlebte die bis dahin wenig entwickelte Wirtschaft einen rasanten Aufstieg. Zugleich siedelten sich zahlreiche Großunternehmen auf dem Stadtgebiet und im Landkreis an. Eine Auswahl der wichtigsten Betriebe in Regensburg:

Regensburg: Politische Verteilung in der Stadt und im Kreis

Seit 1. Mai 2020 bestimmt Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) als Oberbürgermeisterin die Politik der Stadt Regensburg mit. Bei der Stadtratswahl 2020 ergaben die Wählerstimmen folgende Verteilungen:

Die Kreiswahl für die Sitzverteilung im Landkreis Regensburg bescherte mit 33,8 Prozent ebenfalls der CSU die Mehrzahl der Stimmen. Die weiteren Auszählungsergebnisse im Überblick:

Regensburg: Städtische Sehenswürdigkeiten

Die gesamte Altstadt von Regensburg inklusive Stadtamhof ist als größtes mittelalterliches Zentrum nördlich der Alpen seit 2006 UNESCO-Weltkulturerbe. Innerhalb der Altstadt befinden sich auch die wichtigsten Sehenswürdigkeiten:

Regensburg: Beliebte touristische Ziele im Landkreis

Der Landkreis Regensburg ist ländlich geprägt und bietet eine Reihe von historischen Sehenswürdigkeiten. Auf dem Stadtgebiet von Donaustauf befindet sich mit der Walhalla eine Gedenkstätte bedeutender Persönlichkeiten aus dem Jahr 1842. Weitere touristische Ziele der Region im Überblick:

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