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Behandlung per Video-Live-Stream: Regensburg will Telenotärzte einsetzen 

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In anderen Bundesländern, wie hier in Mecklenburg-Vorpommern, sind Telenotärzte bereits im Einsatz.
In anderen Bundesländern, wie hier in Mecklenburg-Vorpommern, sind Telenotärzte bereits im Einsatz (Archivbild) © Stefan Sauer/dpa

Regensburg will das System des Telenotarztes einführen. Lebensretter können sich dann per Live-Video zuschalten und am Einsatzort unterstützen.

Regensburg – Mit einem Notarzt am Telefon will die Stadt Patienten in Zukunft noch schneller helfen. In spätestens sechs Monaten will Regensburg* an das Telenotarzt-System angeschlossen sein, berichtet die Mittelbayerische Zeitung. Sanitäter sind dann in der Lage, am Einsatzort einen Notarzt per Video zu konsultieren. Dies sei „absolut” effektiv, sagt Sepp Pemmerl, Leiter des Malteserrettungsdienstes in Bayern. Der Telenotarzt steigere „die Patientensicherheit und macht das System wirtschaftlicher”. 

Bayern plant drei Telenotarzt-Standorte - Regensburg ganz vorne mit dabei

Ziel sei es, Telenotärzte künftig in ganz Bayern einzusetzen. Die Kosten dafür würden sich auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen, erklärt das Bayerische Innenministerium dem Bericht zufolge. Drei Standorte seien in dem Bundesland bislang in Planung. Der erste werde in Straubing* eingerichtet. Von diesem werde dann unter anderem auch Regensburg als eine der ersten Städte Gebrauch machen. 

2019 habe es laut der Mittelbayerischen fast 6.200 Notarzteinsätze an den beiden Regensburger Notarztstandorten gegeben, 2020 rund 5.800. Der Nachwuchs bei den Notärzten bleibe jedoch aus. Doch nicht immer werde einer zwingend vor Ort gebraucht, erklärt Pemmerl. So sei es etwa sinnvoll, den Telenotarzt einzubeziehen, wenn der Sanitäter bei einer Klinikverlegung nur Rückfragen zur Medikamentengabe habe. 

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Telenotarzt behandelt per Live-Stream 

Das Zuschalten des Telenotarztes sei vor allem im Ernstfall hilfreich. Er könne dann die Sanitäter direkt unterstützen, bis ein Arzt vor Ort ist. So sei es etwa möglich, „Vitalparameter wie Blutdruck, Puls oder ein EKG in Echtzeit” an ihn zu übertragen, betont Pemmerl. Die Patienten müssten dafür aus Datenschutzgründen vorab allerdings eine Einwilligung geben. 

Der Telenotarzt sei „eine gute Möglichkeit, die begrenzten ärztlichen Ressourcen optimal auszuschöpfen”, findet Dr. Stefan Semmler, Vorsitzender des Hausärzteverbandes Oberpfalz. Vor allem bei langen Anfahrtswegen in ländlichen Regionen sei der Einsatz hilfreich, betont er im Gespräch mit der Mittelbayerischen weiter. 

Kann Personalmangel damit abgefangen werden?

Das Bayerische Innenministerium räumt aber auch ein, dass der Telenotarzt zum Teil auch Personalengpässe abfedern soll. „Das bestehende bodengebundene Notarztsystem weist Lücken auf, die ständige Besetzung einzelner Standorte mit Notärzten wird zunehmend schwieriger“, teilt ein Sprecher im Interview mit der Mittelbayerischen mit. Der Telenotarzt sei ein „hochqualifiziertes Einsatzmittel“, dass den Personalmangel ausgleichen könne. *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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