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Nach zehn Jahren Pause: Regensburger Wochenmarkt kehrt zurück an die Donau - mit neuem Konzept

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Marktstand mit Salat, Kundin und Verkäufer
Zweimal, 2020 und 2021, gab es bislang einen BioRegioMarkt auf dem Donaumarkt. Ein regelmäßiges Marktgeschehen organisiert jetzt Daniel Frost. Im Bild: Gemüsebauer Elmar Alt (Auburg/Barbing), der auch jetzt mit von der Partie ist. © Stefan Effenhauser/Stadt Regensburg

Der Wochenmarkt am Samstag auf dem Donaumarkt war über viele Jahrzehnte eine feste Institution in Regensburg, ehe er 2012 weichen musste. Nun kehrt das Marktgeschehen auf den Platz an der Donau zurück.

Regensburg - Jahrzehntelang war er eine Institution: der Wochenmarkt, jeden Samstagvormittag auf dem Donaumarkt in Regensburg*. Die Brache an der Donau entstand durch Abbrüche in den 60er- und 70er-Jahren – damals wollte die Stadt Regensburg hier eine vierspurige Brücke nebst „Stadtautobahn“ bauen. Das jahrhundertealte Viertel an der Donau stand im Weg. Den Bewohnern wurden ihre Häuser von der Stadtverwaltung mit Drohung der Enteignung zum Schnäppchenpreis abgeluchst und wenig später abgerissen.

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Wochenmarkt am Donaumarkt: Eine lange Tradition

Doch die großspurigen Verkehrspläne, der Traum einer autogerechten Altstadt scheiterte ebenso am Widerstand der Regensburgerinnen und Regensburger wie spätere Versuche der Stadtspitze, hier ein Kultur- und Kongresszentrum zu errichten. Und so blieb nur eine geteerte, wenig ansehnliche Freifläche – ein Parkplatz, zumindest sechs Tage die Woche.

Doch immer am Samstag trafen sich hier Händler, Gemüsebauern, Metzger und Bäcker, um ihre Waren an den Mann oder die Frau zu bringen. Zehn Jahre ist es her, seit dieses Marktgeschehen im Spätsommer 2012 zum letzten Mal stattfand. Am Ende musste es dem Baubeginn für das „Museum der Bayerischen Geschichte“ weichen und auf den Kornmarkt beim Dom* umziehen. Früher war noch von einer Übergangslösung die Rede. Doch zu einer Rückkehr auf den Donaumarkt kam es nicht mehr.

Ab März: Wieder Markttreiben an der Donau

Doch nun soll es bald wieder ein Marktgeschehen auf dem Donaumarkt geben. Ab dem 18. März wird es einen Wochenmarkt geben, immer freitags und – das ist neu – ausschließlich Bio. Mit Marktständen von Bauern und Bäckern aus der Oberpfalz, mit Bio-Streetfood zum Schnabulieren vor Ort und auch mit Kulturprogramm.

Zu verdanken ist das dem Regensburger Daniel Frost – und dem Corona-Lockdown. „Da hatte ich Zeit, um eine erst nur vage Idee weiterzuspinnen und konkret zu machen“, erzählt der 50-Jährige. Er besuchte Bio-Bauern, telefonierte mit potenziellen Standbetreibern und kümmerte sich um die notwendigen Genehmigungen. Bei der Stadt Regensburg* stieß Frost damit auf offene Ohren. Stadt und Landkreis sind eine staatlich anerkannte Modellregion, Regensburg trägt zusätzlich den Titel „Biostadt“.

Der Bio-Donaumarkt: „Ein Treffpunkt zum Einkaufen, Ratschen und Schnabulieren.“

Frost hat langjährige Gastronomie-Erfahrung, unter anderem beim früheren Regensburger Kultlokal „Orkan“, und weiß, wie wichtig gute Zutaten sind und was sie kosten dürfen. Bis zu 25 Anbieter konnte er von seinem Plan überzeugen. Sie sollen das ganze Jahr über, immer freitags von 14 bis 19.30 Uhr für ein Einkaufs- und Geschmackserlebnis auf dem Museumsvorplatz sorgen.

Am Kornmarkt findet auch regelmäßig ein Wochenmarkt statt.
Am Kornmarkt findet auch regelmäßig ein Wochenmarkt statt. © Peter Schickert/imago images

Frosts Vorstellung: „Das soll ein Treffpunkt werden. Zum Einkaufen, Ratschen und Schnabulieren. Ein Markt, wie er in Süd- oder Osteuropa in dieser Form schon lange üblich ist.“ Als Konkurrenz zum Samstagsmarkt auf dem Kornmarkt, den es auch weiterhin geben wird, sieht er das Ganze nicht. „Die Regensburger Innenstadt ist groß genug für zwei Märkte.“

Bio-Donaumarkt: Auch die Oberbürgermeisterin ist begeistert

Zur Eröffnung am 18. März wird nicht nur Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) erwartet, auch ihr Bruder Christoph Maltz wird vor Ort sein und mit seinem Kasperltheater Larifari für Unterhaltung sorgen. Außerdem gibt es Musik und weiteres Kulturprogramm. Letzteres soll nach den Vorstellungen von Daniel Frost dann auch keine Eintagsfliege bleiben. „Damit der Markt einfach ein Gesamterlebnis für alle wird.“ *Merkur.de/bayern ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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