Regierung prüft Lärmschutz

Klagen über US-Helikopter

Nürnberg - Sie üben für Einsätze in Afghanistan - für Bürger im Raum Ansbach sind die US-Helikopter aber ein Ärgernis. Der Fluglärm hat sie auf die Barrikaden getrieben. Nun sucht die Staatsregierung Abhilfe.

Nach verstärkten Klagen über Übungsflüge von US-Hubschraubern in den Regionen Ansbach und Bad Windsheim prüft die Staatsregierung einen besseren Lärmschutz für betroffene Anwohner. Wenn die belasteten Ortschaften als Lärmschutzzonen ausgewiesen würden, könnten Bewohner mit erheblichen Bundeszuschüssen für Lärmschutzfenster rechnen, sagte der zuständige Referatsleiter in der Staatskanzlei, Marcus Mittmeyer, am Freitag der dpa. Ob die Voraussetzungen erfüllt seien, werde das Wirtschaftsministerium anhand von Flug- und Lärmdaten prüfen. Diese will das Bundesluftwaffenamt in Köln bis zum Herbst liefern.

Über ein von betroffenen Bürgern gefordertes Nachtflugverbot für die US-Militärhubschrauber sei der Bund zuständig, erklärte Mittmeyer. Sollte die Bundesregierung die Lärmschutzregeln für Zivilflughäfen auf Militärflugplätze übertragen, könnte dies auf Nachtflugbeschränkungen für die beiden mittelfränkischen US-Helikopterbasen hinauslaufen. Allerdings zeigten die US-Militärs schon jetzt Entgegenkommen. Zum Beispiel verlagerten sie ihre Übungsflüge den ganzen August über auf den Übungsplatz Grafenwöhr.

Bei einem Ortstermin des Landtag-Umweltausschusses am Donnerstagabend in Wicklesgreuth hatten Bürger ein Nachtflugverbot gefordert. Mit ihren nächtlichen Übungsflügen raubten die Hubschrauber vielen Bewohnern den Schlaf, kritisierten Vertreter örtlicher Bürgerinitiativen.

Täglich flögen rund 70 Hubschrauber über ihre Häuser. Trainingsflüge dauerten oft bis nach Mitternacht.

Bundeswehrmajor Sascha Greuel vom Luftwaffenamt in Köln bescheinigte den US-Piloten allerdings, die ausgehandelten Flugrouten korrekt einzuhalten. Diese Routen mieden größtenteils die Orte in der Nachbarschaft der US-Standorte. Abweichungen melde das Amt umgehend dem US-Kommandanten - sie seien aber sehr selten.

dpa

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