Region München als Wohlfühloase

Warum die Menschen gerne im Großraum München leben

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München - Die überwältigende Mehrheit der Menschen lebt gerne in der Region München – das haben Marktforscher herausgefunden. Die Zufriedenheit ist trotz Finanz- oder Flüchtlingskrise seit Jahren konstant. Das wirtschaftliche und politische Umfeld beobachten viele Bürger dennoch kritisch.

Die Menschen in der Region München fühlen sich pudelwohl – und das seit Jahren. Zu diesem Ergebnis kommt das Münchner Regionalinstitut für Mittelstandsmarktforschung (RIM). Basis für dieses Stimmungsbild sind repräsentative Bevölkerungsumfragen, die das Institut (und sein Vorgänger) seit 2007 quartalsweise durchführt und bei denen jeweils rund 700 schriftliche Interviews geführt werden. Befragt werden Menschen aus der Landeshauptstadt und dem sogenannten Speckgürtel, also den Landkreisen München, Dachau, Freising, Erding, Ebersberg, Starnberg und Fürstenfeldbruck – zu Themen wie Lebensqualität, Kaufverhalten, Preisentwicklung, Arbeitslosigkeit, aber auch zu Wünschen für die Zukunft.

Demnach leben im Jahr 2016 nach eigenen Angaben 68 Prozent sehr gerne und 27 Prozent gerne in der Region München. Nur jeder 25. Befragt gab an, weniger gerne hier zu leben. Die Zahl der Unzufriedenen liegt seit 2007 konstant zwischen drei und vier Prozent. Leichte Schwankungen gab es lediglich zwischen den Angaben „gerne“ und „sehr gerne“.

Mehr Bewegung ergibt sich bei der weitgefassten Frage, ob die Menschen derzeit eher optimistisch oder pessimistisch seien. Jeder vierte Befragte bezeichnete sich als eher pessimistisch. So viel Pessimismus gab es seit der Zeit während der Finanzkrise nicht mehr. Damals war für fast ein Drittel der Befragten das Glas eher halb leer als halb voll.

Wenn es um die eigene Lebensqualität geht, sind die Menschen in der Region jedoch zuversichtlich. Die große Mehrheit geht davon aus, dass die eigene Lebensqualität gleich bleiben wird, 17 Prozent glauben sogar, es werde eher besser. Nur zehn Prozent der Befragten sind in dieser Frage pessimistisch. Bei der persönlichen wirtschaftlichen Situation fallen die Ergebnisse ähnlich aus.

Zur hohen Lebensqualität passt, dass die Menschen in der Region bei Anschaffungen vermehrt auf gute Qualität achten. Daraus folgern die Marktforscher: „Nicht das schnelle Schnäppchen wird gesucht. Anschaffungen von Dauer und Wert sind wichtig.“ Sie stellen aber auch fest, dass die Schere zwischen Preisfokussierung und Qualitätsbewusstsein größer geworden ist. Denn die Bereitschaft, für persönliche Wünsche mehr Geld auszugeben, stagniert seit etwa fünf Jahren. „Das Konsumklima scheint insgesamt eher abwartend“, heißt es in dem Stimmungsbericht.

Was die persönliche Situation angeht, wirken die Menschen in und um München also durchaus zufrieden. Skeptischer sind sie da schon, was die wirtschaftliche und politische Lage in der Bundesrepublik angeht. Denn die Umfragen zeigen auch: Seit dem Beginn der Finanzkrise 2008 hat sich das Vertrauen in eine stabile Wirtschaftslage in Deutschland bei den Menschen aus der Region nie wieder völlig erholt. Nur jeder zehnte Befragte glaubt, dass sich die allgemeine Wirtschaftslage in den nächsten Monaten verbessern wird. Zudem fürchten 38 Prozent, dass die Arbeitslosigkeit steigen wird.

Auch die Stimmungslage zur Flüchtlingspolitik bleibt kritisch. Am zufriedensten sind die Menschen in der Region noch mit der Politik im Kleinen, also auf Städte- oder Gemeindeebene. Geht man zur Landes-, Bundes- und schließlich zur EU-Politik sinkt die Zufriedenheit immer weiter. Von der Flüchtlingspolitik der EU sind nur noch acht Prozent der Befragten überzeugt. Interessantes Detail des Berichts: Vor allem unter CSU-Anhängern habe sich Zufriedenheit mit der Landes- und Kommunalpolitik über das Jahr hinweg verschlechtert.

Rubriklistenbild: © dpa

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