Ein Rehkitz liegt im Gras.
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Ein 13-Jähriger hörte ein Rehkitz nachts schreien - das Tier wurde angegriffen (Symbolbild).

„Durchdringend und fürchterlich“

13-Jähriger zieht Rehkitz auf: Bub hört Schreie - Hund springt in Gehege und zerfleischt Jungtier

  • Katarina Amtmann
    vonKatarina Amtmann
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Ein 13-Jähriger zog in Weißenburg ein Rehkitz auf. Eines Nachts hörte er „durchdringende“ Schreie. Das Tier wurde angegriffen - der Junge konnte ihm nicht mehr helfen.

  • Eine Familie zog ein Rehkitz per Hand auf.
  • Besonders den 13-jährige Max verband eine enge Freundschaft mit dem Tier.
  • Eines Nachts wachte der Junge auf, weil das Rehkitz schrie - es wurde von einem Hund angegriffen.

Weißenburg - Eine tragische Geschichte hat sich im Weißenburger Ortsteil Oberhochstatt abgespielt. Wie nordbayern.de berichtet, entdeckte ein 13-jähriger Junge ein Rehkitz und zog es mit der Flasche auf. Es entwickelte sich eine Freundschaft zwischen dem Tier und dem Jungen - doch es nahm ein tragisches Ende.

Junge hört Rehkitz schreien: „Ganz anders. Durchdringend und fürchterlich“

Der 13-jährige Max hörte das Tier eines Nachts schreien. „Ganz anders. Durchdringend und fürchterlich“, erinnert sich der Teenager. Zu dem Zeitpunkt - es war 1.03 Uhr - lag er in seinem Bett. Da das Fenster seines Zimmers zum Hof hinausgeht, wachte Max von den Geräuschen auf. Der Junge sprang aus seinem Bett, öffnete die Haustür und sah bereits von dort, was sich auf der gegenüberliegenden Hofseite abspielte. Ein großer Hund war in das Gehege von Rehkitz Schuppe gesprungen. Der Zaun ist rund 1,20 Meter hoch und sollte eigentlich das Reh schützen. Doch jetzt konnte das Tier dem Hund dadurch nicht entkommen.

Das Rehkitz rannte im Kreis, doch der Hund hatte leichtes Spiel und biss dem Tier einmal in den Kopf. Max hatte keine Chance dem Reh zu helfen, wie nordbayern.de weiter berichtet. Auch die Familie des Jungen war mittlerweile im Hof angekommen, doch sie alle konnten nur zusehen, wie der große Hund - aufgeschreckt von ihrem Geschrei - flüchtete. Er sprang aus dem Gehege und verschwand in der Nacht. „In der Dunkelheit war nur zu erkennen, dass es ein großer Hund war, möglicherweise ein Schäferhund oder ein Schäfermischling“, schildert die Mutter von Max gegenüber der Zeitung.

Hund tötet Rehkitz in Weißenburg: 13-Jähriger zog Reh mit Flasche auf

Die Familie bekam kein Auge zu, alle trauerten um das Rehkitz. Vater Robert suchte sogar im Dorf, in dem immer wieder streunende Hunde unterwegs sind, nach dem Angreifer, konnte ihn aber nicht finden. Max weinte bitterlich: „Warum ausgerechnet meine Schuppe?“, fragte er seine Mutter. Fünf Monate zuvor waren der Junge und das kleine Reh zu Freunden geworden.

Die Familie hatte damals das Kitz in einem Tannenwedelhaufen am Ortsrand gefunden. Es hatte sich verheddert und schrie. Sie erkundigten sich laut nordbayern.de wegen einer Handaufzucht und nahmen das nach Schätzungen rund eine Woche alte Tier mit auf ihren Hof. Im Haus konnte dann kaum einer schlafen, weil Schuppe ständig schrie. Das Rehkitz wurde deshalb in ein Kälber-Iglu umgesiedelt. Das hieß für den 13-Jährigen: alle zwei Stunden aufstehen, in den Garten gehen und das Jungtier füttern. Nach ein paar Tagen löste ihn dann seine Mutter ab.

Junge zieht Rehkitz mit Flasche auf: Besondere Freundschaft zwischen Mensch und Tier

Für Max war gleich zu Beginn klar: Das Rehkitz sollte irgendwann ausgewildert werden. Er begann deshalb mit Schuppe spazieren zu gehen. Es funktionierte: Jede Woche schafften es das Duo weiter, das Tief lief Max nach wie ein kleiner Hund und entfernte sich immer nur ein paar Meter von ihm.

Mit Hofhund Lotte hatte das Rehkitz ebenfalls Freundschaft geschlossen, es gibt Fotos, da liegen beide ruhig nebeneinander. „Man hatte den Eindruck, dass Lotte Schnuppe beschützen wollte,“ sagte der 13-Jährige gegenüber nordbayern.de. Doch als der Angriff geschah, war der Hofhund nicht draußen, sondern im Haus.

Die Familie hofft nun, Hundebesitzer wachrütteln zu können, damit Vierbeiner nicht einfach ausbüxen können. Max‘ Mutter will sich gar nicht ausmalen, was passieren könnte, wenn ein Hund ein spielendes Kind anfallen würde.

Ein kleines Känguru ist aus seinem Gehege ausgebüxt. Mittlerweile ist es zurück, doch ein weiteres Tier ist geflohen.

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