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Insgesamt starben 15 Menschen beim Einsturz der Bad Reichenhaller Eishalle.

Reichenhall-Prozess: Konstrukteur verurteilt

Traunstein - Knapp drei Jahre nach dem verheerenden Einsturz der Eissporthalle von Bad Reichenhall hat das Landgericht Traunstein den Konstrukteur der Halle am Dienstag zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt.

Die Große Strafkammer hielt ihn der fahrlässigen Tötung für schuldig. Der Architekt, der teils die Bauaufsicht hatte, und ein Gutachter wurden freigesprochen. Am 2. Januar 2006 waren beim Einsturz der Eislaufhalle 15 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen.

Der Konstrukteur des Daches für die in den 1970er Jahren errichtete Halle hat sich nach Ansicht des Gerichts der fahrlässigen Tötung in 15 Fällen schuldig gemacht. Beim Architekten und dem Gutachter, der im Auftrag der Stadt Bad Reichenhall als Eigentümerin des Gebäudes eine Bestandsstudie erstellt hatte, sahen die Richter keinen Grund für eine Verurteilung.

Die Staatsanwaltschaft hatte alle drei Angeklagten nach fast 30 Verhandlungstagen der fahrlässigen Tötung für überführt angesehen. Sie forderte Bewährungsstrafen bis zu eineinhalb Jahren beziehungsweise eine Geldstrafe in Höhe von 54 000 Euro. Die Verteidiger plädierten auf Freisprüche für ihre Mandanten. In dem fast zehnmonatigen Prozess war immer wieder der Vorwurf erhoben worden, die Staatsanwaltschaft habe die Verantwortlichen im Rathaus von Bad Reichenhall geschont anstatt auch Beamte der Stadtverwaltung auf die Anklagebank zu bringen.

Unmittelbar nach der Verurteilung des Bauingenieurs im Prozess um den Einsturz der Eislaufhalle von Bad Reichenhall hat dessen Verteidiger am Dienstag Revision angekündigt. "Ich bin mit den Urteilsgründen überhaupt nicht einverstanden", sagte Anwalt Harald Baumgärtl. "Wir werden sicherlich in Revision gehen." Knapp drei Jahre nach der Katastrophe vom 2. Januar 2006 mit 15 Toten und zahlreichen Verletzten hatte das Landgericht Traunstein den Konstrukteur des Hallendaches wegen fahrlässiger Tötung zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt. Die beiden anderen Angeklagten wurden dagegen freigesprochen.

dpa

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