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Die Staatsanwaltschaft hat ihr Plädoyer im Reichenhall-Prozess gehalten.

Reichenhall: Bewährungsstrafe für Ingenieur gefordert

Traunstein - Im Prozess um den Eishallen-Einsturz von Bad Reichenhall hat die Staatsanwaltschaft für einen beim Bau mitverantwortlichen Ingenieur eineinhalb Jahre Haft auf Bewährung verlangt.

Der heute 68-Jährige, der seinerzeit das Dach konstruierte, habe sich Pflichtverletzungen in erheblichem Maße zuschulden kommen lassen, sagte Oberstaatsanwalt Günther Hammerdinger am Donnerstag in seinem Plädoyer vor der Großen Strafkammer des Landgerichts Traunstein. Dort müssen sich seit neun Monaten zwei Ingenieure und ein Architekt wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Am 2. Januar 2006 waren beim Einsturz der Eissporthalle 15 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen. “Der Einsturz der Eislaufhalle war keine höhere Gewalt, sondern eine Aneinanderreihung von Versäumnissen und Sicherheitsverletzungen“, fasste Hammerdinger zusammen.

Die Eissporthalle war in den siebziger Jahren erbaut worden. Der 68 Jahre alte Ingenieur hatte dabei den Ermittlungsergebnissen zufolge die Dachbalken viel zu hoch geplant. Außerdem wurde ein falscher Leim verwendet - für die Balken wäre ein feuchtigkeitsresistener Kleber nötig gewesen. Wegen der riesigen Dimension der Halle hätte es auch eine Sondergenehmigung gebraucht, die aber nicht eingeholt wurde. “Wir haben hier eine ganze Palette von Pflichtversäumnissen des Anklagten“, sagte Hammerdinger. “Bei der Errichtung der Eislaufhalle wurde in eklatanter Weise gegen damals geltende Sicherheitsvorschriften verstoßen.“

dpa/lby

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