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Polizisten-Mord: „Reichsbürger“ wollte wohl weitere Beamte töten

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Von: Johannes Welte

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Muss sich wegen Mordes verantworten: „Reichsbürger“ Wolfgang P. steht in Nürnberg vor Gericht.
Muss sich wegen Mordes verantworten: „Reichsbürger“ Wolfgang P. steht in Nürnberg vor Gericht. © dpa

In Nürnberg hat der Prozess gegen einen sogenannten „Reichsbürger“ begonnen. Der Mann hatte einen Polizisten erschossen, als ein Sondereinsatzkommando seine Waffen konfiszieren wollte.

Nürnberg - Auf seinem Briefkasten klebte ein Schild: „Regierungsbezirk Wolfgang - Mein Wort ist hier Gesetz“. Um sein Grundstück in Georgensgmünd südlich von Nürnberg hatte er gelbe Linien gezogen. Mitte Oktober 2016 feuerte Wolfgang P. auf drei Polizisten, die sein Waffenarsenal auf seinem Grundstück beschlagnahmen wollten. Seit Dienstag muss sich der Mann wegen Mordes in Nürnberg vor Gericht verantworten.

Dem 49-Jährigen wird vorgeworfen, einen Beamten eines Spezialeinsatzkommandos erschossen zu haben. Zwei weitere Polizisten wurden dabei verletzt. Bei dem Einsatz sollten die 31 legal erworbenen Waffen des Hobbyjägers beschlagnahmt werden, weil er bei den Behörden als nicht länger zuverlässig galt. Der Arbeitslose weigerte sich, Steuern zu zahlen. Zu Jahresbeginn gab er seinen Personalausweis auf der Gemeinde ab; eine selbst gebastelte „Urkunde“ sollte ein Ersatz sein. Wolfgang P. sammelte alles, was er über „Reichsbürger“, die die Bundesrepublik nicht anerkennen, im Netz finden konnte.

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Grenze gezogen: Die gelbe Linie markiert das Ende von P.s Grundstück.
Grenze gezogen: Die gelbe Linie markiert das Ende von P.s Grundstück. © dpa

Angeklagter lehnt Angaben zur Person ab

Zum Auftakt der Verhandlung lehnte er ab, Angaben zu seiner Person zu machen. Er sei anwesend, jeder wisse, wer er sei, erklärte er lediglich. Ein Gutachter sagte, der Angeklagte habe sich vor Kriminalität und vor Übergriffen durch Institutionen gesorgt. Seit Jahren habe er Waffen besessen. Die Anwälte des Angeklagten bezeichneten den Polizeieinsatz von Oktober 2016 als „unnötig“. Die Polizei hätte ihn beschatten und stellen können, als er unbewaffnet gewesen sei. Zudem erklärten die Anwälte, ihr Mandant sei erschüttert über den Tod des Beamten. Er sehe sich zudem nicht als „Reichsbürger“.

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Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft wollte P. bei dem Einsatz möglichst viele Polizisten verletzen oder töten. Dafür habe er sich in seiner Wohnung hinter einem Mauereck verschanzt - mit Schussmöglichkeit auf seine Wohnungstür. Er habe dabei eine Schutzweste getragen - die geladene Waffe schussbereit. Er habe abgewartet, bis er möglichst viele Beamte habe treffen können - und dann elfmal durch die teilverglaste Tür gefeuert.

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