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Das Haus des Todesschützen: Als die Polizei in die Wohnung des „Reichsbürgers“ eindrang, schoss der Mann. Ein SEK-Beamter starb.

Nach tödlichen Schüssen in Georgensgmünd

„Reichsbürger“: Zwei Polizisten suspendiert und viele offene Fragen

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Nürnberg - Nach den Todesschüssen von Georgensgmünd sind zwei weitere Polizisten suspendiert worden. Sie hatten Chat-Kontakt zum 49-jährigen „Reichsbürger“, der Mitte Oktober den SEK-Beamten erschossen hat.

Die „Reichsbürger“ und die Polizei – das ist mittlerweile eine längere Geschichte. Insgesamt zehn Polizisten aus Bayern haben sich mit der Ideologie der rechtsextremen Gruppierung infiziert. Teils sind sie suspendiert, teils laufen gegen sie Disziplinarverfahren. Am Dienstag erhöhte sich die Zahl der verdächtigen Polizisten auf zwölf: Zwei Beamte in Westmittelfranken pflegten Verbindungen zu „Reichsbürgern“ – und nicht nur das: Sie standen in teils engem Kontakt mit jenem Mann, der am 19. Oktober in Georgensgmünd südlich von Nürnberg einen 32 Jahre alten Beamten des Sondereinsatzkommandos (SEK) Nordbayern erschoss.

Die Polizei hatte Datenträger, also Handys und Computer, des 49-jährigen Täters Wolfgang P. ausgewertet. So kam man einer Whatsapp-Gruppe auf die Spur, in der sowohl P. als auch zwei Polizisten Mitglied waren. Es handelt sich um einen 49 Jahre alten Oberkommissar und einen ein Jahr älteren Hauptkommissar, beide tätig in Westmittelfranken – den genauen Dienstort gab Mittelsfrankens Polizeipräsident Johann Rast nicht bekannt. Beide sind suspendiert, ihre Wohnungen und Dienstzimmer wurden durchsucht, erklärte Rast. Es bestehe „erheblicher Zweifel an der Verfassungstreue“ der Beamten. Das müsse „lückenlos“ aufgeklärt werden.

Ermittlungen wegen Verdacht auf Dienstgeheimnisverrat

Vor allem der 49-Jährige scheint ein besonderer Fall zu sein. Bei der Durchsuchung seiner Wohnung fand die Polizei illegale Waffen – einen Wurfstern, ein Wurfmesser, eine Schreckschusswaffe ohne notwendigem Prüfsiegel. Schwerer noch wiegt, dass er offenkundig in einem besonders engen Kontakt mit dem Todesschützen von Georgensgmünd gestanden hat. Denn er sah ohne dienstlichen Anlass im Polizeicomputer nach, ob gegen Wolfgang P. etwas vorliegt und teilte das wohl auch dem späteren Todesschützen mit. Deswegen gibt es Ermittlungen wegen Verdachts auf Verletzung von Dienstgeheimnissen. 

Die Computer-Abfrage war im August dieses Jahres – der ehemalige Kampfsportler Wolfgang P., der wie alle „Reichsbürger“ die deutschen Behörden nicht anerkennt und Behördenschreiben als irrelevant ansah, hatte da gerade eine Aufforderung des Landratsamtes zur Abgabe seiner Waffen erhalten. Als er das nicht tat, rückte schließlich am 19. Oktober das SEK-Kommando vor das Einfamilienhaus des mittlerweile sattsam bekannten „Reichsbürgers“. Um sechs Uhr in der Früh stürmten die Beamten das Haus, dann fielen die tödlichen Schüsse. Es gebe aber keinen Anhaltspunkt, dass der Polizist den Termin der Durchsuchung verraten habe, betonte Oberstaatsanwalt Alfred Huber. So viel scheint klar zu sein. 

Wer stellte die Waffenkiste von Wolfgang P. an der Straße ab?

Bei anderen Aspekten des Falles steht man noch ganz am Anfang, zum Beispiel bei einem dubiosen Waffenfund: Ende Oktober hatte ein Spaziergänger Kisten mit Munition und mehrere Waffen offen abgestellt an einer Straße zwischen Rednitzhembach und Schwanstetten etwa 20 Kilometer von Georgensgmünd entfernt gefunden. Die Waffen gehörten Wolfgang P., wie über die Waffenbesitzkarten geklärt wurde. Nur wer sie dort abgestellt hatte, ist unbekannt. Wolfgang P. kann es nicht gewesen sein – er saß zu diesem Zeitpunkt schon in Haft.

Bewegender Abschied von getötetem Polizisten

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