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Zwei Ersthelfer sterben auf einer Autobahn in Bayern.

Zwei Mädchen und zwei Ersthelfer tot

Zwei tödliche Unfälle vom Wochenende, die vielen das Herz brechen

Wie schnell es im Straßenverkehr manchmal gehen kann, zeigen zwei schreckliche Beispiele vom Wochenende. Unschuldige Menschen mussten auf Bayerns Straßen ihr Leben lassen, darunter zwei 11-jährige Mädchen.

Reischach - Kinder haben Bilder gemalt, Zeichnungen, die an fröhliche, gemeinsame  Unternehmungen erinnern. Beim Baden, beim Skifahren. Dazwischen weiße und rote Kerzen zwischen Plüschbär und Giraffe. An dieser Stelle in einem Ortsteil von Reischach (Kreis Altötting) hat sich am Freitag nach der Schule ein herzzerreißendes Unglück ereignet: Wie berichtet, erfasste ein Auto, das von einer 30-Jährigen gefahren wurde, die beiden Freundinnen Mona und Eva (beide 11). Diese waren kurz zuvor aus dem Schulbus ausgestiegen. Die beiden Mädchen erlagen wenig später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Eine Freundin, die ebenso auf der Straße war, erlitt wie die Autofahrerin einen schweren Schock.  Der Bus, so der bisherige Stand der Ermittlungen, sei wieder losgefahren, als die Realschülerinnen auf die Straße traten. 

Im Ort herrschen Trauer und blankes Entsetzen. Bürgermeister Alfred Stockner, der im Ort die Fahnen auf halbmast hat setzen lassen:  „Die beiden betroffenen Familien sind alteingesessene Bürger und auch sehr ins örtliche Vereinsleben integriert, deshalb haben ganz viele die beiden Mädchen gekannt. Das gilt auch für die Feuerwehrleute, die zum Unfallort gerufen worden waren.“ Die Einsatzkräfte seien über ihre Belastungsgrenze hinausgegangen. Alle Feste in der Gemeinde nördlich von Altötting sind abgesagt. Ein Zeitpunkt für Trauerfeier und Beisetzung stehe noch nicht fest. 

Währenddessen mahnt der ADAC das richtige Verhalten an Bushaltestellen an. Viele Autofahrer würden die Regeln nicht kennen und seien unsicher, sagte eine Sprecherin des Automobilclubs. Wenn ein Schul- oder Linienbus mit Warnblinklicht eine Haltestelle anfährt, darf er laut  Straßenverkehrsordnung nicht überholt werden. Hält der Bus, dürfen Autofahrer - auch auf der Gegenspur - nur im Schritttempo an ihm vorbeifahren. Diese Regel gilt für Haltestellen inner- und außerorts ebenso wie für einfache Haltestellen und -buchten.

Zwei Ersthelfer im Kreis Schweinfurt totgefahren

Schweinfurth - Als langsam das Tageslicht die Szene erhellte, wurde das Ausmaß einer anderen Tragödie erst deutlich. Auf der A70 bei Gochsheim (Kreis Schweinfurt) kamen zwei Männer ums Leben, die als Ersthelfer eine Unfallstelle absichern wollten. Zuvor hatte die Ehefrau (32) eines der später Getöteten (44) mit einem VW Polo die Mittelleitplanke gerammt. Sie verließ mit dem gemeinsamen Kind das Auto und befand sich bereits in Sicherheit. Ihr Ehemann, der ihr in einem zweiten Auto gefolgt war, hielt auf dem Standstreifen an, hinter ihm stoppte noch ein weiterer Ersthelfer (49). 

Nachdem die Warnblinkanlagen angeschaltet worden waren, liefen beide auf die Autobahn. Sie wollten wohl die Stelle mit einem Warndreieck absichern. Dabei wurden aber beide von dem Audi einer 26-Jährigen voll erfasst. Der 44-jährige Ehemann und Vater sowie der fünf Jahre ältere zweite Helfer waren sofort tot. Die Audifahrerin aus dem Kreis Haßberge sowie die Mutter und das Kind erlitten einen schweren Schock. Die Autobahn 70 blieb nahe der Anschlussstelle Gochsheim in Richtung Bamberg mehrere Stunden lang gesperrt.

tz/mm

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