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Zwar kletterten die Temperaturen vielerorts über 30 Grad, doch ein Hitzerekord ist am Donnerstag ausgeblieben.

Rekordhitze ist ausgeblieben 

München - Bayern schwitzt und schwitzt. Am heißesten war es am Donnerstag in Würzburg.  Dort stieg das Quecksilber am Nachmittag (16 Uhr) auf 34,2 Grad.

Sonst lagen die Temperaturen nach Auskunft des Deutschen Wetterdienstes zwischen Main und Alpen fast überall deutlich über 30 Grad.  „Zum Hitzerekord reicht es wohl nicht", sagte Sebastian Wlodarczyk vom Deutschen Wetterdienst. Im 23. Juli habe es in München bereits 35 Grad gegeben.

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In den Freibädern herrscht dennoch seit Tagen Hochbetrieb, schon frühmorgens strömten die Menschen an die Badeseen. Die schönsten Plätze waren teils schon um acht Uhr morgens belegt. Unter anderem am Kirchsee nahe von Sachsenkam im Landkreis Bad-Tölz-Wolfratshausen, am Starnberger See und am Chiemsee konnten die Badenden bei wolkenlosem strahlend blauem Himmel den Blick auf die nahen Bergketten genießen.

Am Freitag soll es noch einmal heiß werden, jedoch werden Gewitter erwartet.

Wer arbeiten musste, gönnte sich in der Mittagspause ein Eis oder stellte im Büro den Ventilator an. Angenehm frisch hatten es dagegen Ausflügler, die es auf Deutschlands höchsten Berg, die Zuspitze (2962 Meter), zog, wo gerade einmal 12 Grad erreicht wurden.

Sprung von Brücken gefährlich

Für die Wasserschutzpolizei auf dem Main hatte das Sommerwetter auch eine Kehrseite: Immer wieder nutzten Jugendliche die Mainbrücken als Sprungtürme. Erst am Mittwoch wurden zwei 18 und 19 Jahre alte Jugendliche dabei ertappt, als sie von der Kiliansbrücke bei Karlstein in den Main sprangen. „Brückenspringer übersehen leicht mal vorbeifahrende Schiffe", gab Polizeisprecher Robert Staab zu bedenken. “Auch weiß man nie, wie es unter Wasser aussieht." Entsprechend groß sei bei Sprüngen aus mehreren Metern Höhe die Verletzungsgefahr. Generell gebe es deshalb 100 Meter vor und nach Brücken ein Badeverbot. Das schließe auch Sprünge mit ein.

Die meisten genossen am Donnerstag die hochsommerlichen Temperaturen - den Rostbratwurstverkäufern in der Nürnberger Altstadt aber bereitete sie eher Verdruss. Viele Menschen machten bei einer solchen Hitze einen großen Bogen um die Grillstände, berichtete Straßen-Verkäufer Thorsten Schneider. "Wenns so heiß ist, geht fast gar nix, die Leute essen halt lieber Eis als Wurst bei der Hitze", sagte er. "Drei-im-Weckla" (Drei Nürnberger Rostbratwürste im aufgeschnittenen Brötchen) ist in der fränkischen Halbmillionenstadt einer der beliebtesten Mittags-Snacks.

Fußballtraining der Hitze angepasst

Unterdessen eroberten Kinder die Nürnberger Altstadt-Brunnen, um sich bei der Hitze abzukühlen. Erfrischung verschaffte die Mutter des ein Jahr alten Leo ihrem Sprössling im Brunnen des sogenannten Ehekarussells am Weißen Turm. "Ich glaube, das ist verboten, sein Baby hier zu baden, aber so glücklich hab ich ihn noch nie gesehen", sagte die junge Mutter, die mit ihrem Sohn für einige Tage aus Prag nach Nürnberg gekommen war.

Mehr denken, weniger laufen - und viel trinken. Bei der Hitze hat Coach Louis van Gaal auf die Dosierung der Belastung in seiner Trainingseinheit des deutschen Fußball-Rekordmeister Bayern München genau geachtet. Die Hitze mache die Übungen sehr schwierig, sagte van Gaal. "Aber wir haben viel im Gehirn trainiert und nicht in den Beinen." Bei der schweißtreibenden Angelegenheit an der Säbener Straße griffen Bastian Schweinsteiger & Co. beim Training auch gerne zu den Getränken. "Wir trinken sehr viel und haben sehr viel Pause gemacht", sagte van Gaal. "Dann kann man trainieren. Aber es ist sehr schwierig für die Spieler, die Konzentration zu behalten. Aber sie haben das geschafft."

dpa

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