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Sandra Humm und ihre Söhne vor der Reha-Klinik, in der die 40-Jährige bis Ende Oktober behandelt wird. Die Buben leben bei Verwandten und sehen ihre Mutter jedes Wochenende.

Sie verlor Mann und Tochter

Unglück von Rettenbach: Mutter bedankt sich bei den Helfern und Spendern

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Sandra Humm hat bei der Gasexplosion in Rettenbach im Ostallgäu ihre Tochter und ihren Ehemann verloren. Sie selbst wurde lebensgefährlich verletzt und überlebte nur knapp. Für ihre beiden Söhne kämpft sich die Mutter zurück ins Leben – und möchte sich bei allen Helfern bedanken.

Rettenbach am Auerberg Das Leben von Sandra Humm änderte sich an einem sonnigen Sonntagmorgen auf die brutalstmögliche Weise. Das Haus in Rettenbach am Auerberg (Kreis Ostallgäu), in dem sie mit ihrer Familie lebte, wurde bei einer verheerenden Explosion zerstört. Ihre siebenjährige Tochter und ihr Ehemann starben in den Trümmern. 

Sie selbst wurde mit schwersten Brandverletzungen gerettet, schwebte lange in Lebensgefahr. Die Humms traf das Unglück völlig unverschuldet: Eine Gasleitung, die am Haus vorbeiführte, ist vermutlich bei Bauarbeiten beschädigt worden, aus dem Leck strömte Gas.

Nach der Explosion in Rettenbach: Mutter auf dem Weg der Besserung

Knapp fünf Monate nach dem Unglück kämpft sich die 40-Jährige langsam, aber stetig ins Leben zurück: Seit Ende August ist sie in Reha, macht Krankengymnastik und Sport, trainiert auf dem Rad, bekommt Meersalzbäder, Ergo- und eine Brandnarbentherapie. Bei Bedarf wird sie zudem psychologisch betreut. Inzwischen befinde sie sich auf dem Weg der Besserung, heißt es aus ihrem Verwandtenkreis.

Ein Foto, das vor Kurzem im zur Klinik gehörenden Kurpark aufgenommen wurde, zeigt sie und ihre Söhne Florian und Tobias, die beide am Tag des Unglücks auf dem nahe gelegenen Spielplatz waren und so der Explosion entkamen. Sie drängen sich an ihre Mama, die zuversichtlich in die Kamera lächelt.

Rettenbach: Sandra Humm spricht über den Tag der Explosion

An den 19. Mai, den Unglückstag, erinnert sich Sandra Humm noch sehr genau. Die Explosion ereignete sich am Vormittag, es war kurz vor 10 Uhr. „Ich habe gespürt, dass ich mich verbrannt habe“, sagt sie. „Ich habe auch gemerkt, dass alles eingestürzt ist. Aber es hat sich unwirklich angefühlt.“ Bis die Retter sie in den Trümmern fanden, vergingen fast zwei Stunden. 

„Ich erinnere mich, dass ich versucht habe, mich selbst zu befreien“, sagt Sandra Humm. „Als ich die Stimmen der Retter gehört habe, war ich erst mal erleichtert und habe mich mit Rufen bemerkbar gemacht.“ Die 40-Jährige wurde gerettet und in eine Spezialklinik gebracht. Gegen Mitternacht bargen die Helfer ihren Mann Christian, der die Explosion nicht überlebte. Am Morgen wurde die Leiche ihrer Tochter Anna geborgen. „Den Verlust verarbeite ich allmählich“, sagt Sandra Humm, „aber das Ausmaß habe ich noch nicht ganz realisiert.“

Überlebende möchte sich bei den vielen Helfern und Unterstützern bedanken

Nach der Tragödie rollte sofort eine beispiellose Hilfsaktion an, die der Allgäuer Hilfsfonds koordinierte. Vereine, Firmen und Einzelpersonen spendeten für die Familie, die alles verloren hat. Die Anteilnahme der Menschen in der Region erreichte auch die 40-Jährige, die sich am liebsten bei jedem Einzelnen bedanken würde: „Ich möchte meiner Familie und unseren Angehörigen danken“, sagt Sandra Humm. 

„Aber auch unseren Freunden, den Nachbarn, allen Helfern, den Ärzten, Pflegern und Therapeuten. Und natürlich allen, die uns irgendwie unterstützt haben.“ Ende Oktober wird sie vermutlich aus der Reha entlassen, derweil sieht sie ihre Söhne, die bei Verwandten leben, jedes Wochenende. Sie werde dann vorerst bei ihren Eltern leben, erzählt sie. „Den Rest lasse ich auf mich zukommen.“

Spenden:

Wer Sandra Humm und ihre Söhne auf dem Weg zurück ins Leben unterstützen möchte, kann das über den Allgäuer Hilfsfonds unter dem Verwendungszweck „Familie Humm“ tun:

Sparkasse Allgäu 

DE94 7335 0000 0000 0028 57 

BYLADEM1ALG

oder

Raiffeisenbank KemptenOberallgäu eG 

DE04 7336 9920 0000 8848 80 

GENODEF1SFO

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