Nach Medikamentengabe:

Rettungssanitäter darf Job weiter ausüben

Neustadt/Nürnberg - Weil sie bei einem Epilepsieanfall eines Patienten einschritten und ihm Medikamente verabreicht hatten, haben zwei Rettungsassistenten ihren Job verloren. Der Fall ging nun vor Gericht.

Ein Rettungsassistent, dem wegen der geplanten Gabe eines notwendigen Medikaments gekündigt worden war, behält seinen Arbeitsplatz. Man habe sich außergerichtlich auf eine Weiterbeschäftigung geeinigt, teilte das Bayerische Rote Kreuz (BRK) am Montag mit. Hintergrund des auch vor dem Arbeitsgericht Nürnberg geführten Streits sind die uneinheitlichen Regelungen zur Medikamentengabe durch Rettungssanitäter. Diese dürfen bei Gefahr für den Patienten durchaus Medikamente verabreichen, sofern kein Notarzt vor Ort ist. Allerdings wird diese Regelung selbst innerhalb Bayerns völlig unterschiedlich gehandhabt.

Der BRK-Kreisverband Neustadt/Aisch hatte dem Rettungsassistenten sowie einem Kollegen fristlos gekündigt, weil sie im Juli unabhängig voneinander bei besonders langandauernden und damit lebensgefährlichen Epilepsieanfällen einschritten. Die Begründung damals: Sie hätten ihre Kompetenzen überschritten. In anderen Kreisverbänden wäre das Handeln der beiden erfahrenen Sanitäter jedoch gutgeheißen worden.

Diese Situation habe „zu intensiven Diskussionen über die Rechte und Pflichten von nicht-ärztlichem Personal des Rettungsdienstes in Bayern geführt“, hieß es nun vom BRK. Es bestehe sowohl im Freistaat als auch darüber hinaus ein Regelungsdefizit. Der von der Kündigung betroffene Sanitäter wird nun bei einem anderen Kreisverband des BRK weiterbeschäftigt. Sein Kollege hatte schon im vergangenen Jahr mit seinem Arbeitgeber einen Vergleich über die Konditionen seines Ausscheidens geschlossen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Bayerns Bürger rüsten auf – eine traurige Entwicklung
Immer mehr Bürger besorgen sich Waffen, weil ihr Sicherheitsgefühl zumindest subjektiv gelitten hat. Das ist alarmierend, kommentiert Merkur-Redakteur Dirk Walter.
Bayerns Bürger rüsten auf – eine traurige Entwicklung
Nach Absturz in Königssee: Bergwacht warnt alle Wanderer
Schönau - Eine 53-jährige Münchnerin ist bei einer Bergtour in Schönau tödlich verunglückt. Sie ist abgerutscht und rund 80 Meter tief in den Königssee gestürzt. …
Nach Absturz in Königssee: Bergwacht warnt alle Wanderer
Wetteraussichten: Schneefall auch weiter möglich
München - Es bleibt winterlich in Bayern. Lediglich zu Wochenbeginn wird es etwas wärmer. Doch besonders in den Nächten ist weiterhin mit Frost zu rechnen.
Wetteraussichten: Schneefall auch weiter möglich
Betrunkener bedroht Polizisten mit Armbrust
Zirndorf - Gleich mehrere Male mussten Polizisten in der Nacht zum Samstag zu einem Wohnhaus in Zirndorf anrücken. Ein Anwohner hatte randaliert - und schließlich auf …
Betrunkener bedroht Polizisten mit Armbrust

Kommentare