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Dieses Foto schickte uns einer der anonymen Einsender. Es entstand bei einem realen Einsatz.

"Ständig mit grauenhaften Szenarien konfrontiert"

Rettungssanitäter: Unser Job wird nicht gewürdigt!

München - In unserer letzten Serie berichteten Feuerwehrleute über ihren schweren Joballtag. Jetzt erzählen Rettungssanitäter, wie belastend die tägliche Arbeit mit Verletzten und Toten ist.

"Feuerwehrleute packen aus: Das macht uns kaputt"

, hieß es zuletzt in unserer Feuerwehr-Serie, in der die Helfer von ihrer Arbeit berichteten. Inzwischen haben sich mehrere Sanitäter an uns gewendet und erzählen von den schwierigen Aufgaben, die sie täglich bewältigen müssen. Wie bei den Feuerwehrlern gibt es auch unter den Sanis einige bewegende Geschichten, die unter die Haut gehen. Diese drehen sich nicht nur um die schlimmen Bilder von Toten und Verletzten an den Unfallorten, sondern auch um mangelnde Anerkennung sowie die Belastung durch schlechte Arbeitsbedingungen. 

Um die Reporte der Sanitäter besonders authentisch zu gestalten, lassen wir sie hier ungekürzt zu Wort kommen. Die beiden Sanitäter wollen nicht namentlich genannt werden, weshalb die Berichte anonym gekennzeichnet sind. 

Sanitäterin: Unser Ehrenamt wird nicht beachtet

"Den Feuerwehrleuten wird viel abverlangt. Aber ihre Arbeitgeber haben die Möglichkeit, einen Verdienstausfall geltend zu machen. Wie aber geht es den Ehrenamtlichen, die nicht mal diese Möglichkeit haben? Alle ehrenamtlichen Sanitätshelfer, Rettungssanitäter und -Assistenten haben nicht die Möglichkeit, von ihrem Arbeitsplatz wegzukommen. Unser Ehrenamt wird häufig nicht gesehen. Viele Menschen gehen zum Beispiel auf Festivals und bepöbeln die Sanis. Aber ohne uns würde dieses Festival gar nicht stattfinden. 

In einigen Hilfsorganisationen ist die Helferstunden-Anzahl auch enorm hoch. Nicht immer wird auf Ruhezeiten geachtet, und dann auch noch von den Helfern verlangt, ein Dienst-Kfz zu bewegen. Den Feuerwehrleuten geht es ähnlich, und ich glaube, auch bei der Polizei ist dies gang und gäbe. Auch wir Sanis kommen in Situationen, die über unsere Grenzen gehen (krasses Beispiel Loveparade Duisburg) und uns kaputt machen. 

Dazu kommt, dass im ehrenamtlichen Bereich die verschiedensten Leute zusammentreffen und es nicht selten zu Grüppchenbildung und Mobbing kommt. Und obwohl Menschen helfen wollen und dies gut machen, gehen sie irgendwann an diesen Mobbing-Attacken zu Grunde. Sehr schade. Und diese Menschen haben das dann privat wieder gerade zu biegen."

Anonym

Sanitäter: Ohne uns Ehrenamtliche wäre keine öffentliche Sicherheit gegeben 

Ich bin mit Leidenschaft seit zehn Jahren beim Deutschen Roten Kreuz als ehrenamtlicher Helfer, habe etwa 600 Stunden in meine Ausbildung investiert und bin nun Rettungssanitäter. Seit drei Jahren bin ich auch ehrenamtlicher Helfer vor Ort. Auch ich bin ständig mit grauenhaften Szenarien konfrontiert. Man stelle sich vor, ich werde zu einem Verkehrsunfall mit vier bis fünf Verletzten alarmiert und bin die ersten zehn Minuten erstmal komplett alleine - nur mein Rucksack und meine Ausbildung. Ich helfe, bis der Rettungsdienst kommt und assistiere denen dann bis zum Transport, beziehungsweise je nach Schwere der Verletzungen habe ich auch schon begleitet. 

Ich muss komplett meine Ausrüstung privat zahlen und auch noch den Sprit zu den Einsatzorten. Alarmiert werde ich etwa ein bis zwei Mal am Tag. Gar nicht machbar eigentlich, aber man macht es dennoch, trotz Familie und Berufsleben. Aber ich mache es gerne und es ist einfach ein schönes Hobby, auch wenn es belastend ist. Aber liebe Welt: Ohne uns Ehrenamtliche wäre die öffentliche Sicherheit nicht in der Form gegeben, wie sie ist."

Anonym  

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sb

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