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Vor einer Woche wurde der Konstrukteur des Hallendachs Walter G., hier mit seinem Anwalt Baumgärtl, wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Reichenhall-Prozess: Revision gegen Urteile

Traunstein - Jetzt ist es amtlich: Gegen die Urteile im Prozess um den verheerenden Einsturz der Eissporthalle von Bad Reichenhall haben sowohl die Staatsanwaltschaft als auch zwei Nebenkläger und einer der Verteidiger Revision eingelegt.

Eine Gerichtssprecherin bestätigte am Dienstag den Eingang der Revisionsanträge. Vor einer Woche hatte das Landgericht Traunstein den Konstrukteur (68) des Hallendachs wegen fahrlässiger Tötung zu eineinhalb Jahren Haft auf Bewährung verurteilt. Der Architekt (64), der teils die Bauaufsicht hatte, und ein Gutachter (55) wurden hingegen freigesprochen. Am 2. Januar 2006 waren beim Einsturz der Eislaufhalle 15 überwiegend junge Menschen ums Leben gekommen.

Die Anklagebehörde will sich mit den beiden Freisprüchen nicht zufriedengeben und die Urteile der Großen Strafkammer vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe überprüfen lassen. Die Staatsanwälte sind der Überzeugung, dass auch der Architekt und der Gutachter der fahrlässigen Tötung schuldig sind. Ein Nebenkläger hat Revision gegen den Freispruch für den Gutachter eingelegt, der andere gegen beide Freisprüche.

Nicht zufriedengeben mit seiner Verurteilung will sich auch der Hallendach-Konstrukteur. "Revision ist eingelegt", sagte am Dienstag sein Verteidiger Harald Baumgärtl. "Wir warten jetzt die schriftliche Urteilsbegründung ab, danach werden wir die Revision ausführlich begründen", ergänzte der Verteidiger. "Ich bin nach wir vor der Überzeugung, dass das Urteil in tatsächlicher, aber auch in rechtlicher Hinsicht falsch ist."

Die beiden Staatsanwälte und der Verteidiger hatten die Revision bereits unmittelbar nach der Urteilsverkündung angekündigt. Der zuständige BGH-Senat hat drei Möglichkeiten: Er kann die Revision mit oder ohne mündliche Verhandlung verwerfen, dann wären die Urteile rechtskräftig. Er kann die Urteile aber auch aufheben und den Fall zur Neuverhandlung an eine andere Kammer des Traunsteiner Landgerichts oder ein ganz anderes Landgericht zurückverweisen. Dritte Möglichkeit: Die fünf Berufsrichter des Senats können die angefochtenen Urteile selbst abändern, sollte die Große Strafkammer in Traunstein aus der mündlichen Verhandlung die falschen Schlüsse gezogen haben. Mit einer Entscheidung des BGH ist 2009 zu rechnen.

dpa/lby

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