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Von der Neugier zur Sucht: Waltraud Kottmeier braucht täglich eine Abkühlung im Garchinger See.

Rezept gegen Viren: Baden im eisigen See

Garching - Kälte ist kein Hindernis: Trotz eisiger Temperaturen stärkt das Garchinger Ehepaar Kottmeier auf spezielle Art seine Abwehrkräfte – dazu gehört auch ein Sprung ins kalte Wasser.

Detlef-Clemens und Waltraud Kottmeier treiben jeden Tag Sport. Gemeinsam brechen sie auf zu einer ausgiebigen Nordic-Walking-Runde um Garching herum und nehmen ein Bad im Garchinger See. Auch im Winter geht das Paar täglich schwimmen und erntete schon viele entsetzte bis bewundernde Blicke der Passanten.

„Wir müssen ins Schwitzen kommen, um baden gehen zu können“, sagt Detlef-Clemens Kottmeier. Vor Weihnachten hatte das Wasser noch eine Temperatur von sieben bis acht Grad und da begaben sich die Garchinger acht bis zehn Minuten in den See. Nun ist die Temperatur abgesunken auf drei Grad, jetzt baden sie in zwei Intervallen zu je zwei Minuten. Als Detlef-Clemens Kottmeier eines Tages wegen der Kälte früher an Land ging, zollte er seiner Frau Respekt: „Unter Gottes Sonne gibt es nichts Härteres als die Frauen.“ Das Ergebnis des täglichen Sportes ist es, „dass kein Arzt meine Frau in den letzten Jahren gesehen hat“.

Sport ist für die Kottmeiers zum Tagesbeginn Pflicht. „Du wirst richtig laufsüchtig“, sagt der Garchinger, „und wenn wir zwei nicht gelaufen sind, schmeckt uns auch das Frühstück nicht.“ Detlef-Clemens Kottmeier würde sich wünschen, dass auch andere Menschen diesem Beispiel folgen. Er erinnert sich an zwei in Garching lebende Russen, die eine Zeit lang mit ihm und seiner Frau baden gingen. Solche Bekanntschaften ergeben sich selten. „Die meisten sagen nein, aber zeigen vor uns ihre Hochachtung.“ Kürzlich witterten zwei Spaziergänger sogar Gefahr: Als sie das Ehepaar auf der anderen Uferseite am und im Wasser erblickten, eilten sie um den See herum und wollten Hilfe leisten.

„Vor sechs bis sieben Jahren konnte ich mir das bei mir auch nicht vorstellen“, sagt Detlef-Clemens Kottmeier. Doch dann bekam er mit, wie der Bruder seiner Frau auch im Winter in einen Plastikpool im Garten stieg. So kam die Neugier, die zur Sucht wurde. Allerdings ist auch bei den Kottmeiers die Badesaison bald beendet. Der See ist fast ganz zugefroren und hat frei zugängliches Wasser nur noch auf der Westseite mit einer Fläche von 30 bis 40 Quadratmetern. Erobert das Eis auch hier den See, dann ist Schluss. „Wir sind keine Extrem-Eistaucher“, sagt Kottmeier, für den das Aufschlagen des Eises kein Thema ist. Dann machen beide eine Wasserpause – voraussichtlich bis März. Nach dieser kurzen Eispause wird wieder regelmäßig gebadet bis zum Sommer, wenn die Kottmeiers ihre Nordic-Walking-Touren ausweiten müssen: „Dann gehen wir zum Baden in den Echinger See, denn der ist tiefer und kälter. Der Garchinger See ist im Sommer immer so eine richtig warme Brühe.“

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