Ein Modell eines Menschen zeigt, wo Rheuma überall zuschlagen kann.
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Bei Rheuma werden Gelenke, Sehnen und mitunter sogar innere Organe in Mitleidenschaft gezogen

Krankenkasse KKH schlägt Alarm: Zahl der Betroffenen steigt binnen zehn Jahren um 38 Prozent!

Rheuma-Schock: Dramatischer Anstieg in Bayern - So erkennen Sie mögliche Symptome

  • Andreas Beez
    vonAndreas Beez
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In Bayern leiden immer mehr Menschen unter Rheuma. Die Zahl der Fälle stieg binnen zehn Jahren um 38 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Datenanalyse der Krankenkasse KKH hervor. Hier erfahren Sie, wann Sie zum Arzt gehen sollten.

Rheuma: Übergriff für 100 Erkrankungen

Rheuma ist ein Überbegriff für rund 100 Erkrankungen. Sie können unterschiedliche Körperregionen betreffen - und die Beschwerden sind oft chronisch. Eine der häufigsten Formen ist die rheumatoide Arthritis.

Gelenkentzündung beginnt oft an kleinen Fingern und Zehengelenken

„Dabei handelt es sich um eine rheumatische Gelenkentzündung, die chronisch ist und meist schleichend, oftmals über die kleinen Finger und Zehengelenke beginnt“, informiert die KKH. „Die Ursache dieser Autoimmunerkrankung ist ein Angriff des Immunsystems auf den eigenen Körper mit der Folge, dass es zu Entzündungsreaktionen in Gelenken, Sehnen, Haut und anderen Körpergeweben kommt. Gelegentlich sind sogar innere Organe betroffen.“

Frauen drei Mal häufiger betroffen als Männer

Laut Deutscher Rheuma-Liga leiden bundesweit 1,5 Millionen Menschen unter entzündlich-rheumatischen Prozessen. Frauen sind drei Mal häufiger betroffen als Männer. Bei Frauen tritt sie meistens nach dem 50. Lebensjahr auf, bei Männern zehn Jahre später. Personen ab dem 70. Lebensjahr sind besonders häufig betroffen. Diese Angaben decken sich überwiegend mit den Zahlen der KKH. Eine Begründung für die besorgniserregende Entwicklung konnte die Krankenkasse allerdings nicht nennen.

„Nehmen Sie die Alarmsignale Ihres Körpers ernst“, warnt die Rheuma-Liga. Sie hat eine Checkliste mit fünf Fragen erstellt. „Wenn Sie eine davon mit Ja beantworten, sollten Sie zum Hausarzt gehen“, rät die Organisation. Die Fragen:

Checkliste: Wann Sie zum Arzt müssen

1. Haben Sie morgens steife Finger und können kaum greifen? Stellen Sie ähnliche Probleme in anderen Gelenken oder an der Wirbelsäule fest? Wenn ja: Wie lange halten diese Beschwerden an? Verschwinden diese, wenn Sie sich einige Zeit bewegt haben?

2. Wachen Sie regelmäßig nachts, nach einigen Stunden Schlaf, oder am frühen Morgen wegen tief sitzender Rückenschmerzen auf?

3. Haben Sie Schwellungen an Fingern, Handgelenken oder Zehen? Sind auch andere Gelenke sichtbar geschwollen?

4. Leiden Sie unter immer wiederkehrenden, unerklärlichen Gelenkschmerzen und/oder deutlicher Muskelschwäche?

5. Haben Sie neben den Gelenkschmerzen zusätzlich auch Hautprobleme? Gibt es Schuppenflechte in der Familie? Leiden Sie unter Sonnenallergie?

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