Opern-Spektakel

Das steht in Bayreuth künftig auf dem Spielplan

München- Nach den Festspielen ist vor den Festspielen. Zum Abschluss des Opern-Spektakels auf dem Grünen Hügel von Bayreuth am diesem Donnerstag fragen sich die Wagnerianer schon: Und wie geht es weiter?

Katharina Wagner inszeniert selbst den „Tristan“, Jonathan Meese interpretiert „Parsifal“ neu, und Neo Rauch baut eine Bühne für den „Lohengrin“. Hier die Pläne der Bayreuther Richard-Wagner-Festspiele für die kommenden Jahre:

2015: Der gefeierte Ratten-„Lohengrin“ von Hans Neuenfels muss 2015 Abschied nehmen. Im letzten Jahr der Inszenierung übernimmt Alain Altinoglu das Dirigat von Andris Nelsons. Und auch beim „Fliegenden Holländer“ gibt es einen Wechsel am Pult: Axel Kober löst Christian Thielemann ab. Denn der hat Wichtigeres zu tun und dirigiert die mit Spannung erwartete Neu-Inszenierung von „Tristan und Isolde“. Regie führt Festspielleiterin Katharina Wagner höchstselbst. Die Titelpartien übernehmen Stephen Gould und Eva-Maria Westbroek. Außerdem kehrt Georg Zeppenfeld als König Marke zurück nach Bayreuth; Iain Paterson gibt sein Bayreuth-Debüt als Kurwenal.

2016: Nicht weniger als ein handfester Skandal wird erwartet, wenn der provokante Aktionskünstler Jonathan Meese den „Parsifal“ inszeniert. Kritiker halten den gerne mit Nazi-Symbolen und -Gesten spielenden Performance-Künstler angesichts der Verstrickungen des Wagner-Clans mit dem Nazi-Regime für eine unglückliche Wahl. Erst im Januar dieses Jahres waren Ermittlungen gegen den 44-Jährigen mit dem Hinweis auf die Freiheit der Kunst eingestellt worden. Meese hatte in einer Theateraufführung den Hitlergruß gezeigt. Bei seiner „Parsifal“-Inszenierung steht Andris Nelsons am Pult.

2017: Nach „Ring“-Regisseur Frank Castorf holen die Festspiele in diesem Jahr einen weiteren Chef einer Berliner Bühne nach Bayreuth: Barrie Kosky, Intendant der Komischen Oper, wird die „Meistersinger“ inszenieren, sein Dirigent wird Philippe Jordan sein.

2018: In diesem Jahr ist ausnahmsweise einmal der Bühnenbauer die große Sensation: Kein Geringerer als Neo Rauch, Star der deutschen Kunstszene, wird der neuen „Lohengrin“-Inszenierung von Regisseur Alvis Hermanis ihren Look verpassen. Am Pult steht einmal mehr Bayreuths Haus- und Hofdirigent Christian Thielemann. Für eine kleine Sensation könnte die Besetzung der Elsa sorgen: Die Festspiele bestätigten Verhandlungen mit Opern-Diva Anna Netrebko.

2019: Über den neuen „Tannhäuser“, der das Biogasanlagen-Desaster von Sebastian Baumgarten vergessen machen soll, ist bislang mit Tobias Kratzer nur der Dirigent bekannt. Wer im Jahr danach, 2020, den neuen „Ring des Nibelungen“ inszeniert und dirigiert - das ist noch ein Rätsel. Als unwahrscheinlich gilt allerdings, dass Katharina Wagner selbst diese Mammutaufgabe übernehmen wird.

dpa

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