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Der Verlauf der Umgehungsstraße ist rot eingezeichnet.

Richter segnen Bau von Rosenheimer Umgehungsstraße ab

München - Bayerns höchste Verwaltungsrichter haben grünes Licht für den Bau der Umgehungsstraße von Rosenheim gegeben. Die Klagen von Naturschützern, Bauern und Anwohnern wurde abgewiesen.

Das gut 11 Kilometer lange und über 60 Millionen Euro teure Projekt verstößt nach Überzeugung des Verwaltungsgerichtshofes (VGH) nicht gegen europäisches Naturschutzrecht. Sämtliche Klagen von Bund Naturschutz, betroffenen Landwirten und Anliegern wurden daher am Mittwoch abgewiesen, wie der VGH in München mitteilte.

Die Anwohner befürchten vor allem eine starke Lärmbelästigung, Bauern müssen Felder abtreten. Sie hatten deshalb gegen den Planfeststellungsbeschluss der Regierung von Oberbayern aus dem Jahr 2005 geklagt.

Die Umgehungsstraße soll nahe dem Inntaldreieck an der A8 München-Salzburg beginnen und nördlich von Rosenheim in die bestehende B15 einmünden. Dabei überquert sie jedoch das als europäisches Naturschutzgebiet gemeldete Tal der Kalten und des Kaltenbachs auf einer weit gespannten Brücke.

Nach Auffassung des 8. VGH-Senats beeinträchtigt der Straßenbau das sogenannte FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) nicht erheblich. Die Eingriffe in Natur und Landschaft, die Flächenverluste für die Landwirte und die Lärmbelästigungen für die betroffenen Anlieger seien vertretbar, befanden die Richter. Sie verwiesen zudem darauf, dass die Umgehungsstraße die Rosenheimer Bevölkerung in hohem Maße vom Durchgangsverkehr entlaste und somit dem Wohle der Allgemeinheit diene.

Revision gegen das Urteil (Az. 8 A 05.40050 u.a.) wurde nicht zugelassen. Dagegen kann jedoch Beschwerde zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig erhoben werden. Die Regierung von Oberbayern begrüßte den Richterspruch. "Eine nachhaltige Verbesserung der Verkehrssituation in Rosenheim nicht nur für die staugeschädigten Autofahrer, sondern auch für die Wirtschaft in der ganzen Region ist damit näher gerückt", sagte Regierungspräsident Christoph Hillenbrand laut Mitteilung.

dpa

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