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John Demjanjuk.

Richter: Wachmänner wie Demjanjuk nur Handlanger

München - Ein früherer Richter in einem Nazi-Verfahren hat im Prozess gegen den mutmaßlichen NS-Wachmann John Demjanjuk die Rolle derartiger Helfer als weisungsabhängige Handlanger beschrieben.

Diese sogenannten Trawniki hätten keine Anordnungskompetenz gehabt, unterstrich der Richter im Ruhestand, Hans-Robert Richthof, am Mittwoch vor dem Landgericht München II. Richthof war in den 1980er Jahren in Hagen Richter im Wiederaufnahmeverfahren gegen Karl Frenzel, Leiter eines Lagerteils im Vernichtungslager Sobibor.

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Der gebürtige Ukrainer Demjanjuk ist in München angeklagt, 1943 als Wachmann bei der Ermordung von 27 000 Juden in Sobibor geholfen zu haben. Der 90-Jährige schweigt zu den Vorwürfen. Kein noch lebender Zeuge kann sich erinnern, ob er tatsächlich in dem Lager war. Hauptbeweisstücke sind ein Dienstausweis und Verlegungslisten, die seine Tätigkeit in Sobibor belegen sollen. Über sein mögliches Verhalten dort - ob er hart mit Juden umging oder ihnen half - ist nichts bekannt.

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Der ehemalige Richter Richthof sagte nach der Sitzung, die bloße Anwesenheit bei einer Tat sei noch keine Beihilfe. “Ich kenne keinen Tatbestand, bei dem die reine Anwesenheit ausreicht.“ Wenn nun der bloße Nachweis einer Anwesenheit für eine Verurteilung ausreichen sollte, “würde mich das überraschen“.

Die Wachmänner hätten den Zeugenaussagen von damals zufolge vor allem das Lager gesichert, in Einzelfällen seien sie auch für Exekutionen eingesetzt worden. Ein möglicher Wachmann Demjanjuk habe in dem damaligen Verfahren praktisch keine Rolle gespielt. Es seien namentlich von Zeugen zwei andere Trawniki genannt worden. “Aber das war sicher nicht der Name Demjanjuk.“

Der Historiker Wolfgang Scheffler sei damals allerdings der Meinung gewesen, dass Demjanjuk in Sobibor gewesen war. Auch Frenzel habe damals sinngemäß gemeint, dass ein Demjanjuk in einem Zug der Außensicherung von Sobibor tätig gewesen sei. Frenzel war damals nach dreijähriger Verhandlung wie schon im ersten Verfahren in den 1960er Jahren wegen gemeinschaftlichen Mordes an mindestens 150 000 Juden zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

dpa

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