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Barbara Scheidle treibt beim Viehscheid Kühe über eine Wiese bei Bad Hindelang.

Rinder zum ersten Viehscheid im Tal

Bad Hindelang - Mit dem ersten Viehscheid in Bad Hindelang hat am Freitag im Allgäu und in Oberbayern das Ende des diesjährigen Bergsommers begonnen.

Bei herbstlich-kühlen Temperaturen wurden rund 900 Rinder von fünf Alpen aus der Umgebung von den Hirten zu Tal geführt. Als die ersten drei prächtig geschmückten Kranzrinder den Scheidplatz im Ort erreichten, brandete Beifall der mehreren tausend Schaulustigen und Touristen auf. Die Tiere waren prächtig herausgeputzt und mit Blumen geschmückt. Große Schellen baumelten am Hals und kündigten das Kommen der Rinder schon von weitem an.

Die ersten Kilometer mussten die Tiere durch dichten Herbstnebel geführt werden. Neben den feschen Hirten waren die Leittiere, die sogenannte Kranzkühe, die Attraktion. Mit ihrem besonders pompösen Kopfschmuck führten sie die Herden an. Die Kränze werden aus Zweigen, Blumen, Gräsern und Bändern zu einer Krone geflochten, in deren Mitte meist ein Blumenkreuz für den himmlischen Schutz von Mensch und Tier dankt. Nur eine Herde kam ohne Kranzrind zu Tal. Das bedeutet, dass die Saison nicht unfallfrei ausgegangen ist.

Im diesjährigen Bergsommer sind auf den 1400 oberbayerischen Almen und schwäbischen Alpen 31 Kühe vom Blitz erschlagen worden. Insgesamt verunglückten rund 180 Rinder in den Bergen tödlich. Die übrigen rund 56.000 Tiere haben den Sommer gut überstanden und befinden sich in bester Verfassung. Sehr zufrieden zeigte sich der Bad Hindelanger Oberalpmeister Leonhard Ballot. "Der Bergsommer war immer feucht und warm, das war ideal für das Wachstum und das Futter der Tiere."

Mit dickem Fell kehren Milchkühe und Jungvieh jedes Jahr nach rund 100 Tagen von den saftigen Bergweiden zurück in ihre Winterquartiere. Am Scheidplatz werden sie von ihren Hirten einzeln aus der Herde "ausgeschieden" und in die Obhut ihrer Besitzer gegeben. Davon leitet sich der Name "Viehscheid" ab.

In Bad Hindelang herrschte Volksfeststimmung. Im Bierzelt spielte die Blasmusik auf, in einem Jahrmarkt mit Karussell vergnügten sich Jung und Alt. "Ich komme jedes Jahr ins Allgäu zum Viehscheid", sagte Albertine Schönthaler aus Mainz. "Ich sehe gerne Tiere, das Treiben und Leben hier auf dem Scheidplatz ist einmalig."

dpa

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