Bayernweite Tests geplant

Rinder-TBC im Allgäu breitet sich aus

Sonthofen - Bei der flächendeckenden Untersuchung aller Rinderbestände im Landkreis Oberallgäu sind weitere Fälle von Rinder-Tuberkulose (TBC) nachgewiesen worden.

Wie Landrat Gebhard Kaiser (CSU) am Montag in Sonthofen mitteilte, mussten bislang 354 infizierte Rinder getötet werden. Mittlerweile seien gut ein Drittel der rund 2000 Betriebe mit Rindern untersucht worden. In knapp 150 Ställen reagierten ein oder mehrere Tiere positiv auf die Tests. „Wir haben ein Problem und müssen Vorsorge treffen, um eine Epidemie zu verhindern“, sagte Kaiser. „Grund zur Panik gibt es aber nicht.“

Im Umkehrschluss bedeuteten die Zahlen nämlich, dass über ein Viertel der Oberallgäuer Höfe TBC-frei seien. „Und das werte ich als großen Erfolg“, sagte Kaiser. Es sei schließlich ein Unterschied, ob nur sporadische Tests durchgeführt würden oder - wie im Oberallgäu - Stall für Stall und Tier für Tier getestet würden.

Das Landratsamt hatte eine schrittweise Reihenuntersuchung aller Rinderbestände angeordnet, nachdem im vergangenen Herbst ein Fall von TBC aufgetreten war. Die Bauernhöfe, die infizierte Tiere im Bestand hatten, bleiben für mindestens acht Wochen gesperrt und dürfen in dieser Zeit keine unbehandelte Milch und keine Rinder verkaufen.

Wie Kaiser weiter sagte, hat sich am Montag eine Expertenrunde in Sonthofen dafür ausgesprochen, die Untersuchungen bayernweit auszuweiten. Ein Vorschlag des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sehe vor, dass im gesamten Freistaat alle über 30 Monate alten Rinder von Amtstierärzten auf TBC getestet werden. In den Landkreisen entlang der Alpenkette sollen es alle Rinder über zwölf Monate sein.

Rinder-TBC ist auf den Menschen übertragbar. Das größte gesundheitliche Risiko geht von erregerhaltiger Rohmilch aus. Seit 1997 gilt Deutschland offiziell als frei von Rinder-TBC, obwohl jedes Jahr vereinzelt Fälle auftreten.

dpa

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