Risikoatlas für Wildunfälle vorgestellt

München - Münchner Statistiker haben einen Risikoatlas für Wildunfälle in Bayern erstellt - und damit zugleich die Wilddichte erfasst.

Das Risiko einen Unfalls sei geografisch sehr ungleich verteilt, stellten die Wissenschaftler um den Statistiker der Ludwig-Maximilians-Universität, Torsten Hothorn, laut Mitteilung vom Donnerstag fest. In Teilen Niederbayerns sei es pro Kilometer Straße etwa viermal höher als im südlichen Unterfranken.

Da die Unfallgefahr mit der Zahl der Tiere in einem Gebiet steige, sei das aus den Polizeistatistiken errechnete Risiko auch ein indirektes Maß für den Wildbestand, der sich sonst nur mit aufwendigen Kartierungen bestimmen lasse, folgern die Wissenschaftler im Fachjournal “PLoS ONE“. Die regionalen Schwankungen stimmten mit der Intensität des Wildverbisses an jungen Bäumen überein. Außerdem passten sie zu den regional unterschiedlichen Zahlen für erlegtes Rehwild.

Der Risikoatlas soll helfen, besonders gefährdete Gebiete herauszufinden und Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Zwischen 2002 und 2009 stieg der Auswertung zufolge die Zahl der Unfälle in Bayern um gut ein Drittel.

Bundesweit nimmt die Polizei den LMU-Angaben zufolge jährlich rund 200 000 Unfälle mit Rehwild auf, dabei sterben etwa 50 Menschen und 3000 werden verletzt. Auch der wirtschaftliche Schaden sei erheblich. Allein die Auto-Versicherungen müssen Schäden mit rund einer halben Milliarde Euro im Jahr begleichen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Wildunfall)

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