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Noch bis November ist die Landesausstellung zum Luther-Jahr in Coburg zu sehen.

„Ritter, Bauern, Lutheraner“

Bayerische Landesausstellung im Luther-Jahr

Coburg – Fünfeinhalb Monate hat sich Martin Luther 1530 auf der Veste Coburg aufgehalten – und so wird die Bayerische Landesausstellung im Jahr des Reformationsjubiläums dort gezeigt.

Die Schau mit dem Titel „Ritter, Bauern, Lutheraner“ widmet sich der Zeit Luthers und zeigt die religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Traditionen und Umbrüche im frühen 16. Jahrhundert. Am Montag, 8. Mai, eröffnet Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) die Ausstellung, die nach Angaben des Kultusministeriums zugleich den zentralen Beitrag Bayerns zum Reformationsjubiläum in diesem Jahr bildet.

Gezeigt werden die religiösen, politischen, sozialen und kulturellen Traditionen und Umbrüche im frühen 16. Jahrhundert. Die Veste Coburg bilde dabei als einstige Zufluchtsstätte Luthers gleichsam das größte Exponat der Ausstellung, sagte die Historikerin Alexandra Franz bei einem Rundgang am Donnerstag. Am Karfreitag 1530 reiste Luther, begleitet von mehr als 200 Soldaten, Rittern und Edelleuten, in Coburg an. Anhänger Luthers kämpften damals in Augsburg für die Anerkennung des protestantischen Glaubens. Weil der Reformator unter sogenannter Reichsacht stand und vogelfrei war, blieb er in Coburg.

Die Räume, in denen Luther wohnte, sind das „Herzstück“ der Ausstellung

Besucher der Ausstellung können die Räume besichtigen, die Luther auf der Burg bezog. Historikerin Franz nennt sie das „Herzstück“ der Schau. Briefe und sonstige Schriften dokumentieren hier das Wirken und Denken des Reformators während dieser Zeit. Aus Originalbriefen gehe beispielsweise hervor, wie sich Luther einerseits um seine Familie sorgte, andererseits intensiv aus der Ferne an den Verhandlungen in Augsburg teilnahm, sagte die Expertin.

Was ist evangelisch, was ist katholisch? 

Zahlreiche Exponate veranschaulichen das tägliche Leben von Rittern, Bauern und Klerus während der reformatorischen Hochphase. Die Themen reichen von Marktleben, Ernährung, Gesundheit über Reiterspiele und Hexenverbrennung bis hin zur Confessio Augustana und dem Schmalkaldischen Bund. Auch mit den Auswirkungen von Reformation und Gegenreformation bis hinein in die Gegenwart befasst sich die Ausstellung und geht der Frage nach: Was ist evangelisch – was ist katholisch?

Unter den Ausstellungsstücken befinden sich beispielsweise Werke von Albrecht Dürer und Lucas Cranach d.Ä., ein aus dem 15. Jahrhundert stammender Ablassbrief samt Siegeln, ein Exemplar des „Sermon von ablaß und gnade“ - zu seiner Zeit ein „Bestseller“, wie Alexandra Franz sagte - sowie der Hedwigsbecher, ein Glas aus dem Besitz Martin Luthers.

Zu sehen ist die Ausstellung bis Anfang November in der Veste Coburg und in der Kirche St. Moriz. Veranstalter sind das Haus der Bayerischen Geschichte, die Coburger Landesstiftung und die Stadt Coburg – unterstützt durch die Evangelische Kirche in Bayern und die Kirchengemeinde St. Moriz.

dpa

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