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Der Rosenmörder ist gefasst.

Der Rosen-Mörder ist gefasst

Rosenheim - Eineinhalb Wochen war Ralf Georg M. spurlos verschwunden. Gestern hat die Polizei den 55-Jährigen aus Rosenheim verhaftet. Es half: ein Zeuge und Kommissar Zufall.

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Der Rosen-Mord von Rosenheim

Da wird bundesweit gefahndet, die TV-Sendung „Aktenzeichen XY“ strahlt noch am Mittwochabend die Bilder vom sogenannten Rosenmörder von Rosenheim aus – dabei war Ralf Georg M. aus Beuerberg, der seine Frau getötet haben soll, womöglich schon länger in der Nähe seiner Heimat. Und gestern ging es dann schnell: Zuerst der Hinweis eines Zeugen, dann Fahndung, parallel ein zufälliger Zugriff – von einem Polizisten, der privat unterwegs war. Um kurz vor 14 Uhr geht am Donnerstag bei der Sonderkommission „Tegernsee“ ein Anruf ein. Es sollte die erste heiße Spur in diesem Fall sein. Und die letzte. Ein Mann, der mit dem Auto in der Gegend um Frasdorf unterwegs ist, will den gesuchten Mörder gesehen haben – in dem hellblauen Opel Meriva, nach dem die Polizei intensiv gefahndet hatte. Sofort schicken die Beamten von Rosenheim alle verfügbaren Streifen los: 15 Polizeiautos rasen mit Blaulicht in Richtung Frasdorf.

Rosen-Mörder auf Parkplatz gefasst

Rosen-Mörder auf Parkplatz gefasst

Jetzt überschlagen sich die Ereignisse: Noch bevor die Beamten den 55-Jährigen aufgreifen, klingelt das Telefon der Soko wieder. Am anderen Ende der Leitung ist ein Polizist, der eigentlich für die Inspektion in Holzkirchen arbeitet. Er hat eigentlich frei, ist privat im Landkreis Rosenheim unterwegs, ohne Uniform, ohne Waffe – er meldet, dass er soeben den Gesuchten entdeckt hat. Auf einem Parkplatz am Simssee. Sofort nehmen seine Kollegen Kurs auf die beschriebene Adresse. Als die Streifen ankommen, hat der Holzkirchner Kollege Ralf Georg M. bereits festgenommen. Wie ein Polizeisprecher später berichten wird, leistet der mutmaßliche Mörder keine Gegenwehr, versucht nicht, zu flüchten. Er ist bester Gesundheit und wird aufs Präsidium gebracht, dort starten sofort die Vernehmungen. Ob der 55-Jährige bereits gestanden hat, war bis zum Redaktionsschluss nicht klar.

In der Badewanne umgebracht 

Nach bisherigen Erkenntnissen hat M. seine Frau Anne vor zwei Wochen in der Badewanne der gemeinsamen Wohnung umgebracht. Anschließend trug er die Leiche der 51-Jährigen offenbar ins Schlafzimmer, bahrte sie dort auf einem Bett aus Rosen regelrecht auf. Dann verschwand er – spurlos zunächst, bis M. einen Brief an die Polizei schickte. In dem Schreiben berichtete er von der Tat und kündigte seinen Selbstmord an. In Regensburg, so ermittelte die Polizei, war der Brief abgesendet worden. Dort hatte der 55-Jährige auch übernachtet. War das eine – nicht zu übersehende – Spur, die der Täter bewusst gelegt hatte? Polizeisprecher Franz Sommerauer sagt: „Reine Spekulation.“ Die Beamten vermissen bislang ein Motiv: Bekannte berichten, dass das Paar, das zusammen alternative Entspannungstherapien anbot, harmonisch gewesen sei. Freunde sprachen sogar von der „großen Liebe“ zwischen den beiden.

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