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Die beiden Mädchen sind nach den Taten schwer traumatisiert. 

Unter gefordertem Strafmaß

Münchner BMW-Manager missbraucht Nachbarmädchen: Richter verzichtet auf hartes Urteil

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Vor dem Landgericht Traunstein muss sich ein 52-Jähriger verantworten, der zwei Nachbarkinder missbraucht haben soll.

Update 3. August, 12.57 Uhr: Richter verkündet Urteil

Der Vorsitzende Richter Dr. Klaus Weidmann verkündet das Urteil: „Der Angeklagte ist schuldig des schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern und wird zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von drei Jahren und drei Monaten verurteilt.“

In einem zivilrechtlichen Vergleich einigten sich der Mann und die Eltern der Kinder zudem auf ein Schmerzensgeld von 12 500 Euro, wie der Anwalt des Mannes, Harald Baumgärtl, sagte. Die Zahlung habe sein Mandant bereits zuvor im Wege eines Täter-Opfer-Ausgleichs angeboten und sich für die Taten entschuldigt.

Staatsanwaltschaft und Nebenkläger hatten eine Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten gefordert.

Nun wurde auch ein Polizist wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch festgenommen, wie Merkur.de* berichtet.

UPDATE 3. August, 12.28 Uhr: Diese Worte richtet der Manager an die Familie

„Mein Mandant übernimmt die volle Verantwortung für die Taten, die er begangen hat. Er hat die Anklage in vollem Umfang eingeräumt und sich somit des schweren sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht, daran gibt es nichts zu rütteln“, sagt Harald Baumgärtl, Verteidiger des BMW-Managers, in seinem Plädoyer laut rosenheim24.de*.

Für Baumgärtl liege, anders als für Staatsanwaltschaft und Nebenklage, ein minder schwerer Fall vor. Darüber hinaus habe sich sein Mandant in erheblicher Weise durch seine Taten selbst geschadet. Er sei bereit sich in Therapie zu begeben, Schmerzensgeld zu zahlen, und keinen Kontakt zu den Mädchen zu haben. Er fordert zwei Jahre Haft auf Bewährung.

Das letzte Wort des Angeklagten: „Es tut mir sehr sehr leid, was ich den Mädchen und der Familie angetan habe. Die Untersuchungshaft hat mich Demut gelehrt, sowas werde ich nie wieder tun. Ich übernehme die volle Verantwortung für meine Handlungen. Die Initiative ging von mir aus, war aber nicht von vorneherein geplant.“

UPDATE 3. August 2018, 11.22 Uhr: Das fordern Staatsanwaltschaft und Nebenklage

Die Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre und sechs Monate Haft für den Angeklagten. Sie hält diesem zugute, dass er den Kindern eine Aussage vor Gericht erspart hat, ordnet seine Vorgehensweise jedoch als besonders perfide ein.

Die Nebenklagevertreterin, die die Eltern der Mädchen vertritt, schließt sich der Staatsanwaltschaft in beinahe allen Punkten an.  Für sie habe der Angeklagte jedoch nur ein Minimalgeständnis abgelegt, es habe sehr viel mehr Taten gegeben. Man habe sich durchaus überlegt, eines der Kinder videotechnisch zu vernehmen, um die weiteren Fälle aufzudecken, das aber zum Schutz des Kindes wieder verworfen. „Die Eltern erleben tagtäglich die Folgen des Missbrauchs für die Kinder.“

UPDATE 3. August 2018, 10.48 Uhr: BMW-Manager bietet Vergleich an

Nebenklagevertreterin Manuela Denneborg aus Rosenheim verkündet zu Beginn der Verhandlung, dass die Nebenklage einen Vergleich protokollieren möchte:

Demnach verpflichtet sich der Angeklagte 10.500 und 2.000 Euro Schmerzensgeld an die Kinder zu zahlen. Die vereinbarten Schmerzensgelder werden auf weitere Schmerzensgelder angerechnet. Desweiteren verpflichte sich der Beschuldigte, nach Haftentlassung keinen Kotakt zu den Kindern aufzunehmen und sich ihnen auf 100 Meter nicht zu nähern. Weitere Informationen zum Prozess finden Sie bei rosenheim24.de*.

UPDATE 1. August 2018, 13.15 Uhr: Vater der Mädchen lässt sich nicht auf Deal ein

Am ersten Prozesstag ließ der 52-jährige BMW-Manager über seinen Anwalt erklären: „Ihm tut leid, was er den Kindern zugefügt hat.“ Er bietet im Rahmen eines Täter-Opfer-Ausgleichs ein Schmerzensgeld von 12.500 Euro an. 

Für den Vater der beiden Mädchen sind die Entschuldigung und das Angebot des Mannes nicht ansatzweise ausreichend. Das Oberbayerische Volksblatt (OVB) zitiert den 39-Jährigen mit den Worten: „Das Geständnis ist nur ein Teilgeständnis. Es waren mehr Übergriffe. Der Entschuldigungsbrief ist eine Themaverfehlung. Ein Schmerzensgeld von einem Monatslohn ist ein Witz.“ Der Angeklagte arbeitet in der mittleren Managementebene des Automobilherstellers.

Angesprochen auf die über 10.000 Kinderpornos, die auf dem Rechner des in München lebenden Angeklagten gefunden wurden, der in Rosenheim mit seiner Ehefrau einen Zweitwohnsitz hat, erklärte er: „Ich werde nie wieder in Versuchung kommen. Ich bereue es ganz bitter.“ Nachdem er die Kinderpornos konsumierte, habe er das Bedürfnis verspürt, die Nachbarmädchen „in Natur“ nackt zu sehen, sagte er einem Gutachter.

Laut dem OVB wirft ihm Staatsanwältin Vanessa Wiegner vor, das siebenjährige Mädchen zweimal im Sommer 2017 in sein Haus gebracht und dort massiv sexuell missbraucht zu haben. Die fünfjährige Schwester soll er einmal in eindeutiger Weise begrabscht haben. Die Mädchen zeigten nach den Taten Verhaltensauffälligkeiten. 

Die in der Anklage aufgeführten drei Missbrauchsfälle hat der 52-Jährige gestanden. Laut den Eltern der Opfer sind das allerdings noch nicht alle Übergriffe gewesen. 

Am Freitag soll das Urteil gegen den Mann fallen

Erstmeldung: BMW-Manager hofft auf milde Strafe

Rosenheim/Traunstein - Die Süddeutsche Zeitung schreibt über den Prozess, auch rosenheim24.de* berichtet darüber. Demnach seien die beiden Mädchen (5 und 7 Jahre alt) erst 2017 zusammen mit ihren Eltern nach Rosenheim gezogen. Schnell fand die Familie Kontakt zu dem scheinbar freundlichen Nachbarn und seiner Ehefrau. Der Mann, der im mittleren Management bei BMW arbeitet, hat seinen Zweitwohnsitz in der Mangfallstadt. 

Irgendwann kam es den Eltern komisch vor, dass der Nachbar so viel Interesse an den Mädchen zeigte und ihnen auch immer wieder kleine Geschenke zusteckte. Eines Tages habe die Ältere der beiden Mädchen völlig aufgelöst erzählt, was der Mann mit ihr getan habe. Demnach habe er sie beim Versteckspiel zur Seite genommen, sie in sein Haus geschleppt, sie entkleidet und sich an ihr vergangen. Nicht zum ersten Mal. Das Kind spricht von vier oder fünf Vergewaltigungen. 

Am 12. Dezember 2017 erstatte die Familie Anzeige gegen den Mann, aber erst am 2. Januar wurde er verhaftet. In der Weihnachtszeit passierte nicht viel, die Familie fühlt sich deshalb im Stich gelassen von der Polizei und der Justiz, schreibt die SZ. Die beiden Mädchen seien schwer traumatisiert, die Siebenjährige sei in ein Babyschema zurückgefallen. 

In der Anklage werden lediglich zwei Missbrauchsfälle an der Älteren und ein Fall an der Fünfjährigen aufgelistet, obwohl es laut den Kindern noch mehr Taten gab. Der Angeklagte, bei dem auch Tausende Kinderpornos gefunden wurden, räumte in einem Entschuldigungsbrief an die Familie die Taten ein. 

Jetzt hofft er auf ein niedriges Strafmaß, damit er für seine Altersversorgung weiter bei BMW arbeiten kann. Währenddessen steht die Familie vor einem Scherbenhaufen. 

Das Urteil wird für Freitag erwartet. 

Eine tragische Geschichte spielte sich auch in Altötting ab, die nun aber immerhin eine positive Wendung nimmt. Ein Paar verlor bei einem Brand sein komplettes Zuhause. Nun wollen Nachbarn helfen.

Meldung vom 30. Januar 2019: Missbrauch an 23 Kindern auf einem Campingplatz - Festnahmen nach erschreckendem Verdacht in Lügde (NRW)

Die Missbrauchsvorwürfe gegen einen 58 Jahren alten Polizisten und Feuerwehrmann aus Tutzing sind offenbar umfangreicher als bisher bekannt, berichtet Merkur.de*.

*Merkur.de und *rosenheim24.de ist Teil des deutschlandweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerk 

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