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Von links: die beiden Angeklagten mit Rechtsanwalt Stephan Rochlitz und Rechtsanwalt Harald Baron von Koskull.

Zwei junge Frauen starben

Prozess um tödliche Raserei in Rosenheim: Nahm Angeklagter wieder an Rennen teil?

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Der Prozess um ein tödliches Überholmanöver im November 2016 in Rosenheim wurde neu aufgerollt. Während ein Angeklagter bei der Verhandlung sichtlich mitgenommen erschien, soll der andere erneut an einem Straßenrennen teilgenommen haben. 

Rosenheim - Vor dem Amtsgericht in Rosenheim ist am Dienstag der Prozess um ein tödliches Überholmanöver aus dem November 2016 neu aufgerollt worden, bei dem zwei junge Frauen starben. Die Staatsanwaltschaft wirft den beiden angeklagten Männern fahrlässige Tötung in zwei Fällen vor. Die entscheidende Frage in dem Prozess lautet: Haben sich die Angeklagten auf ein Autorennen mit tödlichem Ausgang eingelassen?

Der 25 Jahre alte Hauptangeklagte hatte die Bezeichnung „Rennen“ laut Richter kurz nach dem Unfall selbst verwendet. Er habe sich damit allerdings auf andere Fahrer in der Situation bezogen, sagte der 25-Jährige aus Ulm in der Verhandlung. Dicht aufeinanderfolgend seien zwei ihm unbekannte Männer, darunter der zweite Angeklagte, mit ihren Autos vorbeigezogen. Als diese danach langsamer wurden, habe er überholen wollen.

Hintergründe zu dem fürchterlichen Unfall an der Miesbacher Straße in Rosenheim lesen Sie auf rosenheim24.de*. 

25-Jähriger bricht bei Verlesung in Tränen aus

Der Hauptangeklagte soll bei dem riskanten Manöver in Rosenheim zwei Autos überholt haben. Daraufhin war er mit dem Auto von drei jungen Frauen zusammengestoßen. Der andere Angeklagte, ein 24-jähriger, soll den überholten Wagen gesteuert haben. Angeblich habe er sein Tempo nicht verringert und so das Einscheren des Überholenden behindert.

Laut dem Bericht von rosenheim24.de* wirkte der 25-Jährige im Prozess sichtlich mitgenommen - während der Verlesung brach er auf der Anklagebank in Tränen aus. Wie er mitteilte, sei es ihm ein dringendes Bedürfnis gewesen, sich zu dem schrecklichen Unfall zu äußern - jedoch nicht persönlich, sondern über seinen Verteidiger, da es ihm emotional sehr schwer fallen würde.

Rückblick auf die erste Runde des Prozesses: Im Oktober 2017 gab es zunächst kein Urteil.

Nahm 24-Jähriger nun wieder an Rennen teil?

Der andere 24-jährige Angeklagte wollte sich am Dienstag hingegen nicht im Prozess äußern. Wie das rosenheim24.de mitteilt, wurde kurz vor dem Beginn des Prozesses ein neues Detail bekannt, das für Aufregung sorgte: Am 4. April soll der Angeklagte erneut an einem Straßenrennen in Rosenheim teilgenommen haben.

Bei dem Frontalzusammenstoß im November 2016 starben die 21-jährige Fahrerin des entgegenkommenden Wagens sowie eine 15-Jährige. Deren damals 19-jährige Schwester überlebte schwer verletzt. Auch die Beifahrerin des Unfallfahrers erlitt schwere Verletzungen.

*rosenheim24.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks.

dpa/mm/tz

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