Rathaus Rosenheim
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Das Rathaus von Rosenheim

Geschichtsträchtige Stadt im Inntal

Rosenheim - Stadt und Landkreis

Rosenheim ist die drittgrößte Stadt im Regierungsbezirk Oberbayern und Verwaltungssitz des umliegenden Landkreises. Die Stadt punktet mit wirtschaftlicher Stärke und vielfältigen Attraktionen, die Touristen aus ganz Deutschland anlocken.

  • Rosenheim wurde von den Römern als Militärstation Pons Aeni am Inn gegründet.
  • Oberbürgermeister der Stadt ist seit 2020 Andreas März von der CSU.
  • Deutschlandweit bekannt ist die Stadt nicht zuletzt durch die langlebige Fernsehserie „Die Rosenheim-Cops“.

Rosenheim – Auf einer Seite die Millionenstadt München, auf der anderen Seite malerische Seen wie der Simssee und der Chiemsee: Die Bewohner von Rosenheim im Alpenvorland profitieren vom besten beider Welten. Auch Touristen lockt die Lage der Stadt am Zusammenfluss von Inn und Mangfall in großen Zahlen an.

Rosenheim: Die frühe Geschichte

Die Geschichte der heutigen Stadt begann wie die so vieler Städte mit der Ankunft der Römer. Diese legten im Inntal zwei wichtige Straßen in Nord-Süd-Richtung vom Brenner zum Legionslager Castra Regina (dem heutigen Regensburg) und von Iuvavum, der Hauptstadt der Provinz Noricum (heute Salzburg) nach Augusta Vindelicum, der Hauptstadt der Provinz Raetia (heute Augsburg) an. Der Ort, an dem sich die beiden Straßen kreuzten, wurde Pons Aeni (Innbrücke) genannt. An der Kreuzung etwa fünf Kilometer nördlich des heutigen Rosenheims entstand eine Militärstation inklusive römischer Siedlung. Von der römischen Brücke bei Pfaffenhofen sind jedoch keine Spuren mehr vorhanden. Aus Pons Aeni wurde schließlich „Pfunzen“, das in den Ortsnamen Langenpfunzen und Leonardspfunzen an beiden Ufern des Inns weiterlebt.

Rosenheim: Die Gründung der Stadt

Die Jahrhunderte nach dem Ende des Römischen Reiches liegen weitgehend im Dunkeln. Erst 1234 wird erstmals eine Burg namens Castrum Rosenheym erwähnt, die auf einem Felsvorsprung am rechten Ufer des Inns thronte. Als Erbauer wird Gebino II. von Stephanskirchen genannt. Die Burg existierte über mehrere Jahrhunderte, bis sie 1714 im Spanischen Erbfolgekrieg zerstört wurde. Über viele Jahre war sie dem Verfall preisgegeben, ehe im 19. Jahrhundert auch die letzten Reste entfernt wurden.

1276 wurden erstmals die Rosenheimer Innbrücke und der Salzhandel erwähnt, der der noch jungen Stadt zu Reichtum verhelfen sollte. Auf dem Inn wurde das Salz aus Tiroler Abbaugebieten bis zur Donau transportiert und weiter verschifft bis nach Wien und Budapest. Daneben diente Rosenheim als Umschlagplatz für weitere Güter wie Vieh, Getreide, Waffen und sogar Salz. 1328 erhielt der Ort die Marktrechte und wuchs zu einem der wichtigsten Marktplätze Bayerns heran. Die Rose als Stadtwappen wurde erstmals 1374 in einem Marktsiegel verwendet.

Rosenheim: Niedergang und erneutes Aufblühen

Noch heute sind in der Rosenheimer Altstadt viele Bauten jener Epoche zu sehen, darunter die Heilig-Geist-Kirche aus dem 15. Jahrhundert und die Bürgerhäuser am Max-Josefs-Platz, die nach dem großen Brand von 1641 errichtet wurden. Zu dieser Zeit hatte der Niedergang von Rosenheim nach Pestepidemien, Hochwasser und Bränden bereits begonnen. 1648 überrannten schwedische Truppen kurz vor dem Ende des Dreißigjährigen Kriegs die Stadt und plünderten sie. Zwischen 1742 und 1745 kam es zu weiteren Überfällen durch Panduren, Truppen vom Balkan im Dienste der österreichischen Habsburgermonarchie.

Erst im 19. Jahrhundert wendeten sich die Geschicke wieder zum Guten. So erhielt Rosenheim 1810 als dritte Stadt in Bayern eine Saline und wurde zu einem Zentrum der bayerischen Salzproduktion. 1864 wurde Rosenheim schließlich von König Ludwig II. die Stadtrechte verliehen. Mit dem Anschluss an die Eisenbahn setzte eine starke Blüte ein. Zahlreiche neue Bauten entstanden im regionalen Inn-Salzach-Stil, der bis heute das Stadtbild prägt.

Rosenheim im 20. Jahrhundert

Im frühen 20. Jahrhundert versuchte Rosenheim, sich zunächst mit Heilbädern als touristisches Ziel zu etablieren. Nachdem Kaiser Wilhelm I. mehrmals im „Alten Bad“ genächtigt hatte, wurde es in Kaiserbad umbenannt. Die Heilbäder existieren heute nicht mehr, doch das Wasser der heilsamen Leonhardsquelle am rechten Innufer wird heute noch als Mineralwasser verkauft.

Im Zweiten Weltkrieg war Rosenheim als wichtiger Eisenbahnknoten mehrmaligen Luftangriffen ausgesetzt. Nach dem Krieg nahm die Stadt zahlreiche Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten auf. Die Zahl der Einwohner schnellte von 20.692 im Jahr 1939 auf 27.979 im Jahr 1946 und wuchs seitdem fast kontinuierlich weiter.

Stand 2018 lebten 63.324 Menschen in Rosenheim selbst. Etwa 13.000 Einwohner pendeln täglich zur Arbeit nach München.

Rosenheim: Politik im Wandel

Die lokale Politik wird in Rosenheim seit vielen Jahren von der CSU dominiert. Allerdings musste die CSU bei den letzten Stadtratswahlen am 15. März 2020 starke Verluste hinnehmen: Sie verlor 10,92 Prozent der Stimmen, während die Grünen 9,2 Prozent und die AfD 6,2 Prozent hinzugewannen. Die Ergebnisse im Überblick:

  • CSU 36,4 %, Sitze im Stadtrat: 16
  • Grüne 25,0 %, Sitze im Stadtrat: 11
  • SPD 12,4 %, Sitze im Stadtrat: 5
  • Freie Wähler/UP 10,6 %, Sitze im Stadtrat: 5
  • AfD 6,2 %, Sitze im Stadtrat: 3
  • Bündnis für Rosenheim* 3,2 %, Sitze im Stadtrat: 1
  • FDP 2,2 %, Sitze im Stadtrat: 1
  • ÖDP 2,2 %, Sitze im Stadtrat: 1
  • REP 1,2 %, Sitze im Stadtrat: 1

*Zum Bündnis für Rosenheim schlossen sich Die Linke, die Piraten, mut Bayern, die V-Partei (für Veränderung, Vegetarier und Veganer) und die Satire-Partei „Die Partei“ zusammen.

Oberbürgermeister Andreas März musste in einer Stichwahl gegen Franz Opperer von den Grünen antreten und konnte diese mit 61,5 Prozent der Stimmen gewinnen. Er trat damit die Nachfolge von Gabriele Bauer an, die die Stadt von 2002 bis 2020 insgesamt 18 Jahre lang regiert hatte.

Rosenheim: Wirtschaft im Überblick

Der früher für Rosenheim so wichtige Salzhandel ist heute Geschichte. Dafür florieren andere Wirtschaftszweige, die in der Stadt für ein überdurchschnittliches Bruttoinlandsprodukt sorgen. Dieses betrug 2016 pro Kopf 49.671 Euro, während es in Bayern allgemein 44.215 Euro waren und deutschlandweit sogar nur 38.180 Euro waren. Im Zukunftsatlas 2019 belegte Rosenheim bei den Orten mit hohen Zukunftschancen den 27. von insgesamt 401 Plätzen.

Wichtigstes Standbein für die lokale Wirtschaft ist die Rosenheimer Holzverarbeitung. Zahlreiche Betriebe fertigen Holzprodukte, Papier und Verpackungsmaterial an. Das Lehrinstitut der Holzwirtschaft und Kunststofftechnik an der Fachhochschule und die Staatliche Fachschule für Holztechnik bilden zukünftige Fachleute aus.

Daneben spielten Informations- und Kommunikationstechnik eine große Rolle. Auf eine lange Geschichte blickt die Kathrein SE zurück, die über viele Jahre der größte Antennenhersteller der Welt war und deren Tochterfirmen weltweit zu finden sind. Bekannt sind auch der Schuhhersteller Gabor und die Klepper Faltbootwerft, der älteste Faltboot-Hersteller der Welt. Sie besitzt sogar ein eigenes Museum in der Klepperstraße.

Rosenheim: Traumhafte Lage in Oberbayern

Bis heute profitiert die Wirtschaft der Region von der Lage der Stadt auf halber Strecke zwischen den wirtschaftlich starken Metropolen München und Salzburg. Die österreichische Grenze ist 20 Kilometer entfernt. Östlich und südlich von Rosenheim liegt mit dem oberbayerischen Alpenvorland eine der touristisch beliebtesten Regionen Süddeutschlands. Der berühmte Chiemsee liegt in nur 15 Kilometern Entfernung. Zahlreiche kleinere Seen wie der Simssee dienen als Naherholungsgebiete.

Rosenheim und seine Sehenswürdigkeiten

Die größten Sehenswürdigkeiten von Rosenheim sind in der Altstadt konzentriert:

  • Heilig-Geist-Kirche (1449 erbaut, 1684 umgestaltet)
  • Pfarrkirche St. Nikolaus (Neubau 1642-1657, Wahrzeichen der Stadt)
  • Mittertor (letztes verbliebenes mittelalterliches Stadttor, heute Heimat das Städtischen Museums)
  • Max-Josefs-Platz mit Bürgerhäusern im örtlichen Heimatstil und Laubengängen
  • Rathaus (1858 als erster Bahnhof von Rosenheim errichtet)
  • Salingarten vor dem KULTUR+KONGRESS ZENTRUM mit Skulpturen
  • Ausstellungszentrum Lokschuppen mit vielfältigen wechselnden Veranstaltungen

Zu den sehenswerten Museen gehören neben dem Städtischen Museum das Inn-Museum, das die Bedeutung des Flusses für die Stadt verdeutlicht, und das Holztechnische Museum. In der Städtischen Galerie finden regelmäßige Kunstausstellungen statt. Etwas außerhalb des Zentrums liegt die katholische Wallfahrtskirche Heilig Blut am Wasen mit prachtvoller Innenausstattung.

Das Rosenheimer Herbstfest lockt jedes Jahr im September eine Million Besucher in die Stadt.

Die Rosenheim-Cops

Bereits seit 2002 läuft im ZDF die beliebte Krimiserie „Die Rosenheim-Cops“, in der Ermittler Kriminalfälle im malerischen Chiemgau lösen. Die Stadt Rosenheim hat längst auf die Nachfragen der Fans reagiert und bietet heute Stadtführungen zu bekannten Drehorten an. Bei der angeblichen Polizeiwache handelt es sich beispielsweise tatsächlich um das Rathaus.

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