Rosenheimer Polizeichef war doch aktenkundig

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Rosenheim - Gegen den Rosenheimer Polizeichef wird ermittelt: Er soll einen 15-Jährigen verprügelt haben. Offenbar war es nicht das erste Mal, dass der Beamte im Dienst mit Gewalt vorgegangen ist.

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Die Ermittlungen gegen den Chef der Rosenheimer Polizei laufen auf Hochtouren, so heißt es bei der Staatsanwaltschaft Traunstein. Der oberste Dienstherr der Polizei, Innenminister Joachim Herrmann, lässt sich laufend informieren – die Behörden gehen der Anzeige einer Mutter, deren Sohn auf dem Rosenheimer Herbstfest von dem Polizeichef verprügelt worden sein soll, mit großer Ernsthaftigkeit nach. Doch warum wurde der Beamte erst am Donnerstag suspendiert – am Tag, an dem der Verdacht öffentlich wurde?

Der Vorfall hatte sich am 3. September ereignet, einem Samstag. Am Montag danach erstattete die Mutter Anzeige bei der Inspektion Rosenheim. Bis zur Suspendierung vergingen zehn Tage. Der Leitende Oberstaatsanwalt, Helmut Vordermayer, erklärt das mit dem üblichen Dienstweg: Zunächst hätten die Rosenheimer Beamten die Mutter des 15-Jährigen vernommen, unmittelbar nach der Anzeige. Donnerstag sei die Staatsanwaltschaft alarmiert worden, die das Kriminalfachdezernats für Amtsdelikte in München anforderte – die Kollegen vor Ort seien personell überlastet gewesen. Wann der Fall im Ministerium aufschlug, konnte ein Sprecher gestern nicht sagen.

Unterdessen bestätigte Oberstaatsanwalt Vordermayer einen Bericht des BR, demzufolge der Beschuldigte 2002 bei der Münchner Sicherheitskonferenz einen Demonstranten aus einem Polizeiauto heraus mit einem Pfefferspray attackiert hat. Im Mai 2011 soll der Beamte in Rosenheim als Fußstreife einen Radler verfolgt und ihn zu Boden gerissen haben, weil dieser bei Rot über die Ampel gefahren war. Beide Akten liegen der Staatsanwaltschaft vor. Ein Sprecher des Innenministeriums hatte am Donnerstag unserer Zeitung gegenüber angegeben, dass der Mann bislang nicht aktenkundig war.

Carina Lechner

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