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Rottal-Inn: Fakten zu Geschichte, Wirtschaft, Industrie, Politik

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Marktplatz von Pfarrkirchen mit Rathaus
Marktplatz von Pfarrkirchen mit Rathaus © Michael Sigl / IMAGO

Rottal-Inn ist einer der dünner besiedelten Landkreise in Bayern. Alle Infos von der Geschichte über Wirtschaft bis hin zu Politik und Sehenswürdigkeiten der Urlaubsregion in Niederbayern.

Pfarrkirchen – Die 1894 erbaute und 1895 eröffnete Trabrennbahn der Stadt ist die älteste in Bayern. Hier finden noch immer jährlich zu Pfingsten Trabrennen statt. Außerdem ist das Renngelände im Landkreis Rottal-Inn Austragungsort für internationale Sandbahnrennen im Motorsport.

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Rottal-Inn: Lage und Klima des Landkreises

Rottal-Inn liegt im Südosten Bayerns. Seinen Namen verdankt der Landkreis den Flüssen Rott und Inn. Die Rott durchquert die Region von Ost nach West, während der Inn im Süden die natürliche Grenze zum Nachbarkreis Braunau am Inn (Österreich) bildet. Neben dieser Landes- und Kreisgrenze besitzt Rottal-Inn dem Uhrzeigersinn folgend die weiteren Nachbarlandkreise:

Aufgrund seiner Lage im Isar-Inn-Hügelland gehört der Landkreis Rottal-Inn zum Alpenvorland. Hier herrscht ein subatlantisches Klima mit ausgeglichenen Temperaturen und Niederschlägen. Die Niederschlagsmenge ist im Norden mit gut 750 Millimetern pro Jahr relativ gering. In Richtung Süden kommt es aufgrund des Wolkenstaus an den Alpen zu größeren Niederschlagsmengen von rund 1.000 Millimetern im Jahr.

Landkreis Rottal-Inn – Wissenswertes zur Geschichte

Das Gebiet des heutigen Landkreises Rottal-Inn gehörte seit dem 13. Jahrhundert zum Herzogtum Niederbayern und war damit Eigentum der Wittelsbacher.

Rottal-Inn war damals Viztumamt mit Sitz im Markt Pfarrkirchen. Der Viztum war im mittelalterlichen Bayern ein Schreiber oder Vogt mit Gerichtskompetenz. Er sprach bei Kapitalverbrechen wie Mord, Totschlag oder Unzucht als Vertreter seines Landesherren Recht.

Ab dem 19. Jahrhundert gab es in der Geschichte von Rottal-Inn in Bezug auf Verwaltung und Gebietsaufteilung folgende Veränderungen:

Rottal-Inn: Daten zu den Einwohnern

Im Landkreis Rottal-Inn lebten im Dezember 2019 rund 121.500 Einwohner. Bei einer Fläche von 1.280 Quadratkilometern entspricht das einer Bevölkerungsdichte von etwa 95 Einwohnern pro Quadratkilometer.

Landkreis Rottal-Inn – diese Städte und Gemeinden gehören dazu

Der Landkreis Rottal-Inn besitzt mit der Kreisstadt Pfarrkirchen sowie Eggenfelden und Simbach am Inn drei Städte. Dazu kommen die sieben Märkte:

Außerdem umfasst Rottal-Inn fünf Verwaltungsgemeinschaften und 21 weitere Gemeinden. Die größte Ortschaft im Landkreis ist Eggenfelden mit etwa 13.840 Einwohnern, die Gemeinde mit den wenigsten Einwohnern ist Geratskirchen mit 850 Einwohnern (Stand: 2019).

Landkreis Rottal-Inn: Bedeutende Bereiche der Wirtschaft

Der Landkreis Rottal-Inn gehört zu den ländlichen Regionen Bayerns. Die Wirtschaft besteht vor allem aus folgenden Branchen:

Die Landwirtschaft setzt sich vor allem aus Rinder-, Schweine- und Hühnerhaltung zusammen. Gleichzeitig spielt die Pferdezucht in diesem niederbayerischen Landkreis eine bedeutende Rolle.

Die landwirtschaftlichen Flächen in Rottal-Inn kommen zu 75 Prozent dem Ackerbau zugute und werden zu rund 25 Prozent als Grünland genutzt.

Daneben setzt sich die Wirtschaft des Landkreises aus diesen Branchenstrukturen zusammen (Stand: 2019):

Rottal-Inn – Schwerpunkte der Industrie im Landkreis

Das produzierende Gewerbe verfügt in Rottal-Inn über eine ausgezeichnete Infrastruktur.

Durch die hervorragenden Verkehrsanbindungen sind große Städte im Umland wie Passau, München, Linz (Österreich) und Salzburg (Österreich) schnell und einfach erreichbar. Das Fernverkehrsnetz setzt sich wie folgt zusammen:

Dazu kommen der Verkehrslandeplatz Eggenfelden mit über 20.000 Starts und Landungen pro Jahr sowie die zwei Bahnlinien Mühldorf – Simbach und Simbach – Passau.

Obwohl Rottal-Inn zu den ländlichen Gebieten Bayerns gehört, ist der Landkreis dennoch Sitz einiger bedeutender Firmen, beispielsweise:

In Sachen Handwerk ist der Landkreis Rottal-Inn führend, was Ausbildung und Produktionsstätten betrifft. Die Region besitzt rund 2.300 Betriebe und gut 11.000 Beschäftigte.

In Pfarrkirchen befindet eine Außenstelle der Handwerkskammer Niederbayern/Oberpfalz. Sie verfügt über ein eigenes Bildungszentrum zur Aus- und Weiterbildung.

Landkreis Rottal-Inn: Informationen zu Politik und Wahlverhalten

Landkreise dürfen ihre Angelegenheit laut Grundgesetz eigenverantwortlich regeln. Sie ordnen und verwalten überörtliche Angelegenheiten in ihrem Kreisgebiet. Die Einwohner bestimmen die Politik im Landkreis mit, indem sie politische Vertreter in den Kreistag wählen. Der Vorsitzende des Kreistages ist der Landrat.

In Rottal-Inn gab es seit der Gebietsreform und der Gründung des Landkreises in seiner heutigen Form fünf Landräte:

Ludwig Mayer wurde 1983 wegen finanzieller Unregelmäßigkeiten von der Bezirksregierung mit dem Vorwurf der Untreue suspendiert und legte daraufhin sein Amt nieder. Ihm wurde vorgeworfen, öffentliche Gelder verschwendet zu haben. Da seine Wiederwahl 1987 vom Landgericht aufgehoben wurde, kandidierte seine Ehefrau Bruni Mayer für ihn und wurde als vierte Landrätin des Landkreises Rottal-Inn ins Amt gewählt. Sie erhielt 2011 für ihre hervorragenden Verdienste für den Freistaat Bayern den Bayerischen Verdienstorden.

Rottal-Inn – Sehenswürdigkeiten und Ausflugsziele im Landkreis

Rottal-Inn ist mit seiner abwechslungsreichen Naturlandschaft und den zahlreichen Sehenswürdigkeiten ein beliebtes Feriengebiet. Am besten erkunden Besucher den Landkreis zu Fuß. Ein breit gefächertes Netz aus Rad- und Wanderwegen führt zu vielen interessanten Orten sowie Highlights aus der Natur. Dazu gehören beispielsweise:

Darüber hinaus finden Gäste in Rottal-Inn attraktive Museen und Ausstellungsorte, etwa:

Eine weitere Kuriosität im Landkreis Rottal-Inn ist das Eisenbahndenkmal in Wittibreut. Hier steht ein fertiges Bahnhofsgebäude aus dem Jahre 1876, ohne dass Schienen oder eine Bahnlinie vorhanden sind. Ein Bauer aus der Umgebung hatte damals von der geplanten Bahnlinie Simbach am Inn – Vilshofen gehört und schon vorab einen Bahnhof gebaut. Allerdings wurde die Bahnlinie erst lange Zeit nicht realisiert und dann verlief die Strecke an einer ganz anderen Stelle. Zurück blieb das Bahnhofsgebäude mit einer Inschrift des geprellten Bauherrn.

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