Rund 80 Missbrauchsfälle im Bistum Regensburg

Regensburg - Im Bistum Regensburg haben seit Ende des Zweiten Weltkrieges in mindestens etwa 80 Fällen Priester Kinder oder Jugendliche sexuell missbraucht. Noch laufen Ermittlungen gegen einen Pfarrer.

Dies ist das Ergebnis der Recherchen, die die Diözese nach dem Skandal um sexuellen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche selbst vorgenommen hat. Wie Bistumssprecher Clemens Neck am Mittwoch erklärte, seien zehn Geistliche wegen sexueller Straftaten gegen 78 Minderjährige von Gerichten verurteilt worden. Dies betreffe den Zeitraum zwischen 1945 und 2010.

Allein ein Täter, der vor etwa 20 Jahren starb, habe sich an 36 Jugendlichen vergangen. Bei einem anderen, noch lebenden Priester habe es zwölf Opfer gegeben. Er sei nach der strafrechtlichen Verurteilung auch kirchenrechtlich belangt worden, seine kirchlichen Rechte seien ihm entzogen worden.

Insgesamt seien in dem untersuchten Zeitraum rund 2350 Geistliche tätig gewesen. In weiteren Fällen, in denen Pfarrer wegen Verjährung keine staatliche Strafe befürchten müssen, gibt es laut Neck auf jeden Fall ein Kirchenverfahren gegen die Beschuldigten.

2300 Personalakten wurden gesichtet

Derzeit ermittele die Staatsanwaltschaft noch gegen einen Priester. Zudem liefen zwei kirchenrechtliche Verfahren. In einem Fall habe es bereits eine Verurteilung gegeben, im anderen Fall hätten die Ermittler das Verfahren eingestellt.

Anfang 2010 war das Bistum Regensburg in die Schlagzeilen geraten, insbesondere weil es auch Vorwürfe gegen Mitarbeiter bei den weltberühmten Regensburger Domspatzen gab. Dort sollen Pädagogen in früheren Jahrzehnten hauptsächlich körperlich gewalttätig gegen Knaben geworden sein. Von teils sadistischen Strafen war die Rede.

Bei den Untersuchungen zum sexuellen Missbrauch haben die Beauftragten der Diözese in den vergangenen zwölf Monaten rund 2300 Personalakten von Geistlichen, Diakonen, Referenten und Religionslehrern gesichtet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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