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Bis 2019 wird sich die Deutsche Bahn um das S-Bahn-Netz der Landeshauptstadt kümmern - danach wird es wieder eine Ausschreibung geben.

2019 neue Aussschreibung

Neues Konzept: S-Bahn bleibt (vorerst) bei der Bahn

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München - Die Fahrgäste werden auf lange Sicht mit der Deutschen Bahn als Betreiber der Münchner S-Bahn leben müssen. Erst 2032 könnten erste DB-Konkurrenten auftreten, ergibt sich aus dem neuen Drei-Stufen-Konzept zur Ausschreibung des S-Bahn-Betriebs.

Die S-Bahn München sei „das komplexeste S-Bahn-System Deutschlands, wenn nicht gar Europas“, sagte Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU): 840.000 Fahrgäste täglich, 61 Prozent des bayernweiten Fahrgastaufkommens im Regionalverkehr entfallen auf die acht Linien der S-Bahn. Herrmann stellte am Mittwoch ein Konzept vor, wie er sich die Zukunft der S-Bahn vorstellt. Denn Ende 2017 läuft der Verkehrsdurchführungsvertrag zwischen der staatlichen Bayerischen Eisenbahngesellschaft (BEG) und der DB Regio aus – dann muss der Betrieb neu geregelt werden. Das Konzept läuft darauf hinaus, dass eine Privatisierung wie etwa bei der S-Bahn Nürnberg lange Zeit ausgeschlossen ist. Der Freistaat setzt auf die DB als Partner. Diese Partnerschaft soll wie folgt aussehen:

So sieht das Konzept aus

Stufe 1: ein zweijähriger Übergangsvertrag mit der DB bis Ende 2019. Hier werden – wenn überhaupt – nur minimale Verbesserungen für die Fahrgäste herausspringen. Herrmann sprach vage von „punktuellen Fahrplanverbesserungen und vereinzelten Kapazitätserweiterungen“.

Konkret prüfen DB und BEG, ob sie weitere alte S-Bahn-Züge des Typs ET 420 beschaffen können, BEG-Chef Johann Niggl sprach von bis zu 20 Stück. Diese Züge müssten dann allerdings erst eine neue Technik (Linienzug-Beeinflussung) erhalten, damit sie durch den Stammstreckentunnel fahren dürfen. Das dauert mindestens zwei Jahre. Danach könnten diese Züge am Freitag Nachmittag Engpässe beseitigen, etwa im Verkehr Richtung Grafing. BEG-Chef Niggl kündigte an, dass die S-Bahn ins Qualitäts-Ranking aufgenommen werden soll, was bisher nicht geht. Dann könnten zum Beispiel für Verstöße gegen Sauberkeit Strafzahlungen fällig werden.

Stufe 2: der erste Münchner S-Bahn-Vertrag mit einer Laufzeit bis 2032. Die BEG wird hierfür den Betrieb der S-Bahn ausschreiben – allerdings eher aus formalen Gründen. Es sei unrealistisch, dass ein anderer als die DB zum Zug komme, sagten Herrmann und Niggl übereinstimmend. Sie sei in der „Pole Position“. Ein Grund ist, dass der Betrieb während der Vertragslaufzeit nicht aufgesplittet werden darf – kein Privatkonzern soll sich nur einzelne S-Bahn-Linien herauspicken können. Denn dies wäre „ein unkalkulierbares Wagnis“, sagte Herrmann. Schon gebe es bei Störungen auf der Stammstrecke „ein Riesendurcheinander“ – nicht auszudenken, wenn mehrere Bahnunternehmen im Störfall koordiniert werden müssten. Zusätzlich kompliziert wird das Vertragswerk dadurch, dass ab 2025 die jetzigen S-Bahn-Züge des Typs ET 423 nach und nach ersetzt werden. Auch hier setzt die BEG auf die DB, die dieses Fahrzeug zusammen mit Herstellern aber erst entwickeln muss.

Stufe 3: der zweite Münchner S-Bahn-Vertrag mit einer Laufzeit ab 2032 von zwölf Jahren. Zu diesem Zeitpunkt soll die zweite Stammstrecke schon gebaut und genügend lang erprobt sein. Erst dann sollen auf dem Streckennetz der S-Bahn auch private Konzerne zugelassen werden und beispielsweise auf einzelnen S-Bahn-Linien fahren – sie könnten die während des ersten Münchner S-Bahn-Vertrags aufs Gleis gesetzten Neufahrzeuge von der Deutschen Bahn übernehmen. Das ist aber Zukunftsmusik.

Die Stimmen zum Konzept fallen gemischt aus

Die Kommentare zum Drei-Stufen-Konzept waren am Mittwoch gemischt freundlich bis feindselig. Am härtesten urteilten die Grünen. Der oberbayerische Grünen-Bezirkschef Markus Büchler sprach von einer „Watschn ins Gesicht aller Fahrgäste“, weil sich die CSU-Staatsregierung bis 2030 an die Bahn binde. Ähnlich Pro Bahn. DGB und Eisenbahnergewerkschaft EVG begrüßten hingegen, dass das S-Bahn-Netz nicht „überstürzt“ ausgeschrieben wird. Die Aktion Fahrgäste erklärte „erfreut“, die BEG sorge für klare Verhältnisse. Allerdings müsse die Qualität des S-Bahn-Betriebs verbessert werden. Noch jemand freute sich: der Münchner S-Bahn-Chef Bernhard Weisser. Die Entscheidung schaffe „mehr Planungssicherheit“.

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